Zweite Haut für das Smartphone

Neben der Spur

Was eine fühlende Haut mit alten Telefonzellen zu tun hat, lässt sich auf den ersten Blick schwer sagen. Wenn man ein wenig sein Smartphone einschaltet und dem nachsurft aber schon.

Seit der Erfindung von portablen digitalen Geräten gibt es einen Hassgegner: Die Batterie. Die ist immer fast zu Ende. Seit mehr als 20 Jahren geht das schon so. Immer wenn man wirklich gerade im Schuss ist und schreiben, planen und gestalten könnte wie der Teufel, geht die letzte Ladung flöten und das Gerät schaltet ab. Wenigstens bei Smartphones deutet sich da eine zumindest aufschiebende Lösung an, ein Case mit einer integrierten Ladebatterie. Sozusagen ein Ersatztank an der Hand.

Auf Kickstarter findet sich jetzt noch etwas weniger als drei Wochen lang eine Kampagne für die fühlende Haut: The Feeling Skin ist eine etwas merkwürdig aber durchaus nett gestaltete Hülle für 49 USD (das soll sie einmal kosten), die nicht nur einfach als Schutzcase mit Batterie punktet. Nein, man soll damit auch gleich drei Probleme lösen können, denen man sich vielleicht noch nie wirklich gestellt hat. Egal, jetzt löst man sie auf jeden Fall, wenn man mit kickstartet.

Die Batterie lädt zum einen immer automatisch im Hintergrund nach und wartet nicht damit, bis man es selbst tut. Gut, kann man so machen. Ausserdem stört die Haut nicht beim gleichzeitigen Laden und Synchronisieren des iPhones und der Feeling Skin, die damit übrigens weiblich wie "die Haut" sein muss, denn Männer können nicht zwei Dinge gleichzeitig, das wissen wir ja.

Außerdem gibt es eine App, die genau sagt, wie viel Spannung noch in der Haut steckt. Na also, das muss man jetzt ja fast kaufen. Außerdem ist da noch so ein Licht auf dem Rücken des Gehäuses aus irgendeinem Kunststoff. Wozu das ist, weiß niemand so recht. Aber chic ist es, wer will da noch mehr wissen.

Das hat aber nichts mit Telefonzellen zu tun.

Sondern das: Denn früher hat man sich in so eine Zelle zum Telefonieren gestellt. Die war immer voll geladen. Manchmal roch sie auch streng, aber sie war immer voll auf Strom. Der Hörer war vielleicht rausgerissen, aber ein Batterieproblem kannten solche Telefonzellen eigentlich nicht. Außerdem hielt sie den Regen ab. Heute braucht die ja niemand mehr, denn jeder hat ein Mobiltelefon.

Allerdings stehen manche der Zellen noch immer herum. Zum Beispiel in New York. Und dort kommt man jetzt auf die glorreiche Idee , 7300 in die Jahre gekommene Eisenkisten neu auszurüsten. Von ihnen aus wird man in Zukunft freien WiFi-Empfang haben. Das ist eine wunderbare Idee. In Zukunft werden wir in New York die Luft anhalten und dann schnell in einer dieser verpissten Zellen - aber immerhin im Trockenen - unsere Mails nach Europa schicken. Allerdings sind die Zellen in der Stadt eher halboffen. In London wäre das ja etwas anderes. Also nichts wie nach New York.

Oder zumindest: das würden wir dann machen, wenn wir noch Strom im Gerät hätten, denn die fühlende Haut war leider ausverkauft und der Akku des iPhones hat mal wieder nur bis kurz vor den Broadway gereicht. Tja.