Werbung vertreibt auf YouTube

Neben der Spur

Um mit Video im Netz Geld zu verdienen, wird YouTube auf mehr Werbemaßnahmen angewiesen sein. Eines ist schon einmal klar: Zu viele davon vertreiben die User.

Es war einfach zu Zeiten der klassischen TV-Medien. Sobald der Werbeblock anfing, stieg der Verbrauch in den städtischen Wasserwerken. Was gab es Schöneres als der Gang ins Badezimmer, sobald Klementine über den Bildschirm mobbelte.

Seit YouTube Einzug in den Wohnzimmern hält, haben sich die Ströme nivelliert. Streaming von Videos ist nicht mehr an Sendezeiten gebunden. Jeder kann nun aufstehen und sich erleichtern, wann immer notwendig. Es macht wasserwerktechnisch keinen grossen Unterschied mehr. Aber die Datenschaufelei kostet Geld. Und deshalb setzt YouTube nun auf erste Versuche, vorab Werbung zu zeigen. So wie im Kino. Also das Popcorn raus und los:

Wie erste Experimente schon 2007 gezeigt haben, dürfen diese Einspieler aber nicht episch sein. 70 Prozent der Zuschauer stehen auf und verlassen das Angebot, wenn die Werbung in ihren Augen nicht enden will.

Man hat gelernt und die Dauer der Videos begrenzt. Machbar, was will man auch mehr über Waschmittel sagen, als dass es so dermassen weiss wäscht wie auch überhaupt und eben. Eben. Dann brechen nur noch 15% der User das kürzere Werbefilmchen ab und ziehen von dannen. Ausserdem lässt eine Checkbox den unfreiwilligen Vorfilm verschwinden. Wer keine dreckige Wäsche waschen will, der kann auch direkt zum angeklickten Inhalt weiter.

Diese Option soll - anders als man vielleicht meinen könnte - das Geschäft beleben. Denn wer nicht wegklickt, so die Schlussfolgerung, der schaut zu. Und das macht den Konsumenten zum weit wertvolleren Werbekunden als den, der beim Anblick von Werbung das Zucken im rechten Zeigefinger bekommt und weiter klickt.

Die 1000er-Preise für Spots werden also ansteigen, denn sie bilden - so die Meinung von Google - auch tatsächliche Betrachter ab. Gut, wir werden bei Einführung von Pre-Advertising innerhalb von YouTube noch einmal beim Wasserwerk nachfragen. Vielleicht lässt sich am Wasserverbrauch doch ablesen, wann der durchschnittliche PC-Nutzer abends ein Filmchen sehen will. Und wann er es nur einfach weiter laufen lässt.