Weltgesundheitsgipfel: Mediziner tagen im Geist von Davos

Berlin hat auch Platz für einen Gegengipfel, wo man befürchtet, dass Gesundheit zur Ware verkommt

Am 14. Oktober beginnt in Berlin der Weltgesundheitsgipfel, der sich laut dem Deutschen Ärzteblatt nach dem Vorbild des Weltwirtschaftsforums von Davos, den drängenden Problemen der Gesundheit widmen soll. Eingeladen sind neben Forschern und Regierungsvertretern auch Pharmalobbyisten und Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen.

Kritiker des Weltgesundheitsforums laden zu einem Gegengipfel. In einer gemeinsamen Erklärung wird dem offiziellen Gipfel vorgeworfen, Gesundheitspolitik noch enger mit dem Weltmarkt verbinden zu wollen.

"Nicht Fragen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge bestimmen das Programm des Berliner Gipfels, sondern Überlegungen, wie Forschung und private Gesundheitswirtschaft zur Verbesserung individueller Versorgung beitragen können. Damit droht das öffentliche Gut Gesundheit zu einer Ware zu werden, die nur noch von technischen und betriebswirtschaftlichen Kriterien bestimmt wird", heißt es in dem Papier. Auf dem Alternativgipfel, der unter anderem von der globalisierungskritischen Organisation Attac, Medico International und verschiedenen Gewerkschaften vorbereitet wird, soll Gesundheitsversorgung als ein unveräußerliches Menschenrecht betrachtet werden, dass allen Menschen zusteht.

Die Realität sieht freilich anders aus. In vielen Ländern der Welt ist die medizinische Versorgung unzureichend, schon längst besiegt geglaubte Epidemien sind wieder auf dem Vormarsch. Auf dem Alternativgipfel wird ein Gesundheitsbegriff stark gemacht, der den Fokus nicht nur dem medizinischen Fortschritt legt, sondern auch auf soziale und politische Bedingungen, die diesen Fortschritt allen Menschen zugute kommen lassen.