Was soll der Apfel denn kosten?

Trocken geschluckt hat vielleicht der eine oder andere, als er das Preisschild am neuen iPhone gesehen hatte. Da will man natürlich wissen, wie teuer Apple die Herstellung eines solchen Geräts kommt

Wir kennen alle das Märchen vom verzauberten Apfelbaum. der steht bekanntermaßen in China, und wenn einer der verwunschenen IT-Recken aus dem Silicon Valley sich dorthin verirrt, wo noch nie vorher ein Smartphone-Produzent war und das verzauberte Zauberwort flüstert (dreimal übrigens), dann fallen von dem Baum viele, viele kleine iPhonelein und lassen sich in einem güldenen Korb aufsammeln und auf den US Markt schippern.

So muss man sich das in etwa vorstellen.

So ist es natürlich nicht ganz. Also, das mit China stimmt schon irgendwie, der Baum hört auf den Namen Foxconn und produziert die vielen, vielen nicht so kleinen iPhones mit Hilfe von vielen, vielen nicht so märchenhaften Händen in harter Arbeit. Aber, wie es scheint, nicht so teuer. Was es genau kostet, die verschiedenen Modelle jeweils herzustellen, das ist schwierig zu sagen. Aber Digital Trends hat sich mal in der Rechnung an den Bauteilen versucht und kommt zu dem Schluss, dass man für 490,- US Dollar da schon eine ganze Menge bauen kann. Wenn man die Hände in China zur Verfügung hätte, das iPhone 11 Pro Max auch gleich zusammen zu bauen. Dann käme da immer noch bei dem Verkaufspreis von 1099.- US-Dollar eine Gewinnspanne von fast 100 Prozent (abzüglich Minimallohn von Foxconn, Shipping und Zwischenhandel) heraus. Ja, guuuut, dann müsste man noch Marketing und R&D abziehen. Und das Gehalt der Apple Manager. Aber man könnte auch gleich noch einrechnen, dass Apple vermutlich die Bauteile um einiges billiger als Fritze Meier im Elektronikladen bekommt.

Lassen wir das alles in eine wohlwollende Rechnung einfließen, dann wird einem irgendwie doch klar, warum der EBIT von Autobauern (und hier lassen wir derzeit besser die Dieselaffären weg) bei zirka 3 Prozent (Mercedes) bis 15 Prozent (Porsche) liegt und Apple da nur trocken lächelnd husten kann.

Der nette Autobaum, der in einem verwunschenen Tal in Tschechien steht, muss ein wenig schwieriger zu schütteln sein als der Smartphone-Baum in China. Tja. Wir haben es ja auch immer geahnt, dass der Preis eines iPhones vielleicht nicht das bezahlt, was die Herstellung eines solchen Geräts kostet (plus einer kleinen Aufwandsgebühr, versteht sich).

Interessiert hätte mich mal die Marktforschung zur Preisfrage, als man wehr- und ahnungslose Kunden befragte, was sie denn für ein Handy, das auch telefonieren, ansonsten aber viel im Internet machen und die Kinder ruhig stellen kann, zahlen würden. Vermutlich hat der letztere Aspekt den akzeptierten Preis immens hochgetrieben. Vermutlich könnten die Dinger für das Dreifache des Preises verkauft werden, wenn sie jetzt nur noch wunderschöne Selfies herstellten, die Kinder gleich mit dem richtigen Beruf aus dem Haus brächten und nebenher noch das Konto selbständig auffüllten.

Aber es sieht derzeit nicht danach, als würde so ein Handy auf chinesischen Bäumen wachsen.