Mäuse in Levitation

Um die Auswirkungen eines längeren Aufenthalts in der Schwerelosigkeit zu testen, haben Nasa-Wissenschaftler einen magnetischen Gravitationssimulator entwickelt.

Nasa-Wissenschaftler haben eine Technik für magnetische Levitation entwickelt. Für Menschen ist der Gravitationssimulator bei weitem noch nicht groß genug, doch neben Wassertropfen und anderen Flüssigkeiten lassen sich damit schon Mäuse auf der Erde in die Schwerelosigkeit bringen, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift Advances in Space Research.

Grundlage ist ein supraleitender Magnet, der ein Feld bei Zimmertemperatur mit einem Durchmesser von 6,6 cm erzeugt, so dass sich nun auch kleine Säugetiere, nicht nur Heuschrecken oder Frösche, über längere Zeit in der Schwerelosigkeit halten lassen. Untersucht werden sollen an den Säugetieren – genannt "biologische Systeme" - die körperlichen Folgen eines längeren Aufenthalts in der Schwerelosigkeit bei Menschen und was sich eventuelle dagegen machen ließe.

Besonders schätzen die Mäuse allerdings die Schwerelosigkeit in dem kleinen, oben offenen Plastikbehälter nicht. Der Behälter soll oben offen sein, damit die Mäuse atmen, fresen und trinken können, unten sind Löcher, um die Ausscheidungen durchzulassen. Man plant also in der Tat lange Aufenthalte. Nachdem die Wissenschaftler vom Jet Propulsion Laboratory zuerst eine drei Wochen alte, 10 Gramm schwere Maus zum Schweben gebracht haben und diese dadurch desorientiert und verängstigt wurde, nachdem sie sich durchs Herumzappeln immer schneller drehte, verabreichten sie der nächsten Versuchmaus Beruhigungsmittel. Dann schien sie, sagte der Physiker Yuanming Liu gegenüber LiveScience, "zufrieden" zu sein. Zeitweise schlug sie an die Wand, kam ins Stürzen, bis sie wieder ins Schweben geriet.

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Schwebende Maus, links mit Magnet, rechts ohne. Bild: Da-Ming Zhu et al.

Angeblich, so die ersten Ergebnisse, würden sich die Mäuse schnell den Bedingungen der Schwerelosigkeit anpassen. Nach drei oder vier Stunden würden sie sich bereits wieder normal verhalten und fressen sowie trinken. Die starken magnetischen Felder scheinen zumindest kurzfristig den Mäusen nicht zu schaden.