Internetprovider: "Traffic Shaping" und Überwachung

Nach einem Bericht greifen israelische Internetprovider stark in den Datenverkehr ein und können dafür auch die Aktivitäten einzelner Kunden beobachten

Es ist keineswegs so, dass der Internetverkehr nur in autoritären Staaten überwacht wird. Provider nutzen die Möglichkeiten, um trotz behaupteter Netzneutralität mitunter die Aktivität einzelner Internetnutzer zu beobachten und im eigenen Interesse zu beeinflussen.

Nach einer Auswertung des Verkehrs bei den drei großen israelischen Internetprovidern 012 Smile, 013 Netvision und Bezeq International durch die Israeli Internet Association und das Measurement Lab stellte sich heraus, dass diese nicht nur durch so genanntes "Traffic Shaping" Breitbandverbindungen verlangsamen oder mitunter auch blockieren, wenn große Datenmengen heruntergeladen oder Videokonferenzen abgehalten werden. Um das zu machen, so berichtet Haaretz, verwenden die Provider Überwachungsprogramme, mit denen sie auch die Aktivitäten einzelner Kunden beobachten können. Damit lässt sich feststellen, was diese machen, also ob sie chatten, skypen, irgendetwas herunterladen oder was auch immer. Die Internetprovider hatten alle versichert, sie würden die Netzneutralität beachten und nicht in den Internetverkehr eingreifen.

Mit den von den Providern verwendeten Überwachungsprogrammen kann in die Privatsphäre der Internetnutzer eingedrungen und können diese belauscht werden. Nach Haaretz habe das israelische Kommunikationsministerium zugesagt, die Ergebnisse des Berichts mit den Providern zu diskutieren, was immer dies näher heißen mag. Für den Bericht hatte Udi Assaf mehrere tausend Internettests 2008 und 2010 durchgeführt. Einer der Provider, 013 Netvision, griff gar bei 60 Prozent der Tests in den Datenverkehr ein.