Hat Messis Vater Drogengeld gewaschen?
Die Vorwürfe werden von der Familie, spanischen Sicherheitskräften und kolumbianischen Behörden dementiert
Hat Messis Vater Drogengeld gewaschen? Die Vorwürfe werden von der Familie, spanischen Sicherheitskräften und kolumbianischen Behörden dementiert Die große spanische Tageszeitung El Mundo wartete am Montag mit einer Sensationsmeldung auf, wonach der Vater des Fußballstars Lionel Messi Drogenbossen bei der Geldwäsche geholfen haben soll. Doch ob die Informationen stimmen, wird stark angezweifelt. Die Spezialeinheit der paramilitärischen Guardia Civil (UCO) soll schon seit Monaten gegen ein Netz aus Drogenhandel und Geldwäsche ermitteln, berichtete El Mundo. Im Zentrum sei ein Name aufgetaucht: "Jorge Messi ermitteln, der Vater eines des besten Fußballspieler weltweit."
Die Familie Messi bestreitet die Vorwürfe und spricht gegenüber der Zeitung "Sport" von einer "Schmutzkampagne"'. Tatsächlich hat auch die UCO und die kolumbianische Justiz gegenüber der Nachrichtenagentur "Europa Press" bestätigt, dass weder in Spanien noch in Kolumbien gegen Lionel Messi oder seinen Vater Jorge Horacio noch gegen andere Spieler des FC Barcelona ermittelt werde. Die Ermittlungen seien mit Verhaftungen sowohl in Spanien als auch in Kolumbien sogar schon abgeschlossen, berichten spanische Medien.
Zwar sollen neben Rockkonzerten auch Benefizspiele der Reihe "Messi and Friends" benutzt worden sein, um Geld zu waschen, aber weder der Sohn noch der Vater sollen davon Kenntnis gehabt haben, so Europa Press mit Bezug auf Quellen in der UCO. El Mundo hatte berichtet, dass angeblich Eintrittskarten verkauft worden seien, die gar nicht existierten, und die Beträge seien als Spenden abgerechnet worden. Jorge Messi soll als Kontaktmann zur Drogenmafia fungiert haben und Kommissionen von bis zu 20 Prozent der gewaschenen Summen kassiert haben.
Da die Ermittlungen noch geheim geführt werden, muss abgewartet werden, bis der Madrider Ermittlungsrichter Eduardo López Palop die gesamten Ermittlungen öffentlich macht. Erst dann ist eine definitive Bestätigung möglich. Bekannt ist aber, dass die Guardia Civil neben Messi auch weitere Spieler des FC Barcelona zu den Vorgängen befragt hat. Darunter sollen sich Dani Alves, José Manuel Pinto und Javier Mascherano befinden. Es sei dabei aber nur um Fragen zur Organisation von vier Spielen in Lima (Peru), Chicago und Los Angeles (USA) und Medellín (Kolumbien) gegangen. Keiner der Spieler werde eines Vergehens beschuldigt.
Dass die massiven Vorwürfe gegen Messis Vater auf einen fruchtbaren Boden fielen, hat damit zu tun, dass Vater und Sohn im September vor einem Gericht im katalanischen Gavá bei Barcelona wegen des Verdachts des Steuerbetrugs erscheinen mussten. Messi soll in den Jahren 2007 bis 2009 Steuern in Höhe von 4,17 Millionen Euro nicht gezahlt haben. Sein Vater hatte allerdings schon im August der Steuerbehörde mehr als fünf Millionen Euro überwiesen, um mögliche Nachforderungen und Zinsen zu begleichen. Damit verhinderte er, dass der Richter Millionenbeträge im Hinblick einer möglichen Verurteilung vorsorglich eintreibt. Der Anwalt der Familie Cristobal Martel hat stets betont, man arbeite mit den Behörden zusammen. "Wir zeigen, dass Betrug nie beabsichtigt war und man den Willen habe, die Situation mit den Steuerbehörden aufzuklären."
Jorge Messi soll als Manager seines Sohns zwischen 2007 und 2009 Werberechte an Scheinfirmen abgetreten haben, behaupten die Ankläger. Honorare für Bildrechte wurden in Steuerparadiesen versteuert. "Weder ich noch mein Vater haben uns je darum gekümmert", hatte Lionel Messi dazu erklärt. Dafür habe man Anwälte und Finanzberater, denen man vertraut habe. Tatsächlich ist die Lage nicht ganz eindeutig. Denn was im Fall Messi Steuerbetrug sein soll, ist im Fall anderer Fußballstars in Spanien legal.
Der Unterschied liegt darin, ob sie in Spanien wie Messi wohnhaft sind. Er müsse deshalb alle Einkünfte mit einem Steuersatz von über 50 Prozent in Spanien versteuern. Fußballstars wie Cristiano Ronaldo von Real Madrid fallen dagegen unter das "Beckham Gesetz". So zahlt zum Beispiel Ronaldo für die Einkünfte in Spanien nur 24,75 Prozent und versteuert die internationalen Einnahmen aus Bildrechten legal in Steuerparadiesen, weil er offiziell nicht in Spanien lebt.