Ecuador geht auf Distanz zu Snowden

Präsident Correa spricht von einem "Fehler", der zur Ausstellung des Reisedokuments für Snowden mithilfe eines Freundes Assanges geführt habe

„Freundlich und sehr herzlich“ sei das Telefongespräch mit dem amerikanischen Vizepräsidenten gewesen, lobte der ecuadorianische Präsident Rafael Correa Anrufer Joe Biden. Seither stellt Correa einiges im Fall Snowden klar.

Die Ausstellung des Reisedokuments, mit dessen Hilfe Snowden, Hongkong verlassen konnte und nach Russland ausreisen, obwohl die USA seinen Reisepass für ungültig erklärten, sei ein "Fehler" gewesen so, Correa in einem Interview. Snowden habe man, anders als dies aus Berichten herauszuhören war (vgl. Sollte Snowden nach Ecuador fliehen?), kein Asyl angeboten.

Snowdon müsse einen Asylantrag auf ecuadorianischem Boden stellen, erst dann würde dies in Erwägung gezogen. Wie er dorthin komme, sei seine Sache. Ecuador würde sich nicht weiter einmischen, wie Snowdon Russland verlassen könne, sei Sache der russischen Behörden. Und wenn Snowden einen Asylantrag stelle, werde er als erstes dazu die Meinung der Vereinigten Staaten einholen, wie im Fall Asssange.

Dass Snowdon das Reisedokument für den Flug nach Russland erhalten habe, sei auf das Drängen Assanges zurückzuführen. Assange habe seinen "Freund", Fidel Narvaez, den Konsul in London, dazu überredet, um vier Uhr morgens, um eine Festnahme Snowdons zu verhindern. Narvaez habe ohne Einwilligung der Regierung gehandelt. Er würde dafür bestraft werden, so Correa, der die angedeuteten Sanktionen aber nicht weiter konkretisierte.

Auch wenn Correa das Verhältnis zu Assange öffentlich als ungebrochen darstellt - "Herr Assange genießt weiterhin unseren ganzen Respekt und steht unter dem Schutz unseres Staates" - so berichtet der Independent von größeren Spannungen zwischen der ecuadorianischen Führung und Assange.