CDU von Grauen Wölfen unterwandert?

Bisher schweigt die Partei zu Vorwürfen um den Krefelder Politiker Mehmet Demir

Der Krefelder CDU-Politiker Mehmet Demir hat nach Recherchen des WDR-Magazins Cosmo TV auffällig enge Kontakte zu den Bozkurtçular, den "Grauen Wölfen". So ist er unter anderem auf zahlreichen (und mittlerweile aus dem Internet entfernten) Fotos mit Funktionären der rechtsextremen Organisation zu sehen. Dabei deuten Gesten und die Anordnung der Personen auf den Bildern darauf hin, dass Demir eine zentrale und wichtige Position unter ihnen einnehmen könnte. Er selbst streitet eine Mitgliedschaft allerdings ab.

Die Bozkurtçular, deren Zeichen ein mit der Hand geformter Schattenspiel-Wolfskopf und das alte osmanische Kriegsbanner mit drei Halbmonden sind, entstanden 1968 als paramilitärische Jugendorganisation der rechtsextremen Partei von Alparslan Türkes. Die Bewegung strebt eine Vereinigung aller Turkvölker vom Balkan bis nach Xinjiang an. Vor allem in den 1970er Jahren machte sie mit Terroranschlägen und der Ermordung politischer Gegner auf sich aufmerksam.

Dem ehemaligen grünen Kommunalpolitiker Hans-Michael Höhne-Pattberg zufolge, der zufällig auf eine Veranstaltung der rechtsextremen Gruppierung geriet und sich seitdem näher mit ihr beschäftigt, gibt es in der Jungen Union und der CDU mehrere Mitglieder mit offenbar sehr engen Kontakten zu den Grauen Wölfen. Von Seiten der CDU kam bisher noch keine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen.

Bereits im Juni 2009 hatte das ehemalige Vorstandsmitglied der CDU-Organisation Deutsch Türkisches Forum (DTF) Ali H. Yildiz Aufsehen erregt, als er mit der Begründung von seinem Amt zurücktrat, dass dort eine Zusammenarbeit mit Bozkurtçular-Sympathisanten an der Tagesordnung sei. "Es kann", so Yildiz, "nicht sein, dass wir uns auf der einen Seite gegen Pro Köln zusammenschließen und auf der anderen Seite die türkische NPD über die CDU Köln hofieren."

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Handzeichen der Grauen Wölfe