Ausbau der Regenerativen per Auktion

Kalifornien will "Reverse Auction Market" statt degressiver Einspeisevergütung erproben

Die California Public Utilities Commission will Einspeiseverträge für "Green Energy"-Kraftwerke versteigern. Wenn keine Widersprüche mehr eingelegt werden, könne das Programm Anfang nächsten Jahres starten. Den Zuschlag sollen jeweils die Projektentwickler erhalten, die den Strom aus ihren Anlagen zum günstigsten Preis an eines der drei großen kalifornischen Energieunternehmen anbieten. Es sollen pro Jahr zwei Auktionen stattfinden, bis 1.000 MW Leistung installiert sind.

Die Auktion richtet sich insbesondere an große Photovoltaikprojekte zwischen einem und zwanzig Megawatt-Nennleistung. Aber auch Biomasse-, Wind- und Geothermal-Projekte können sich an den Auktionen beteiligen. Bis zu einer Anlagengröße von jeweils 10 MW sollen die Energieunternehmen dann an die Annnahme des niedrigsten Gebotes gebunden sein.

Mit dem Auktionsverfahren sollen überhöhte Preise, wie sie auf dem deutschen Markt zeitweise für Photovoltaikmodule verlangt wurden, vermieden werden. Hier konnten Modulhersteller in den letzten Jahren, teils mit Hinweis auf eine "Siliziumknappheit" immer genau den Preis pro kW-Peak verlangen, der mit der aktuellen Einspeisevergütung gerade noch wirtschaftlich ist. Preise nach Nennleistung, das wäre, übertragen auf den Automarkt so, als richtete sich der Preis eines Autos ausschließlich nach seiner PS/kW-Zahl.

Mit der Auktion will man in Kalifornien auch die Abhängigkeit von staatlichen Förderprogrammen vermeiden. Das Beispiel Spanien habe gezeigt, wie nach der Änderung der staatlichen Regularien der Photovoltaikmarkt zusammenbrach. Julie Blunden, vom Modulhersteller SunPower, erwartet außerdem, dass durch die Auktionen tatsächliche Marktdaten zur Kostenstruktur von Photovoltaikprojekten gesammelt werden können.

Für Hausbesitzer mit Kleinanlagen gelten weiter andere Regelungen. Sie erhalten von den Elektrizitätsunternehmen eine Einspeisevergütung nach deren Bedingungen. Die beiden größten kalifornischen Energieunternehmen Pacific Gas & Electric und Southern California Edison wollen daneben eigene Programme für Aufdachanlagen mit insgesamt 500 Megawatt-Nennleistung starten.