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Avatar von observer3
  • observer3

mehr als 1000 Beiträge seit 31.12.2005

Vielen Dank für diesen Artikel über den Vortrag von John Mearsheimer.

Das verlinkte Video des Committees ACURA
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=hH3s7MRJkAI
ist insgesamt sehr sehenswert, auch mit den Beiträgen des früheren US-Botschafters in Moskau, Jack Matlock und dem US-Politologen Nikolai Petro. Sehr gut moderiert von Katrina vanden Heuvel
https://usrussiaaccord.org/board-of-directors/

Da kommt eine Creme von US-Politologen und alten Politikern zu Wort, die ihre Erfahrungen im dipolmatischen Umgang mit der Sowjetunion in der Zeit des kalten Kriegs gemacht hat und der es (gemeinsam mit Kollegen auf der sowjetischen Seite) immerhin gelungen ist, damals einen Atomkrieg zu vermeiden.
Ich war von dem Video beeindruckt, ebenso von der respektvollen Moderation durch Katrina vanden Heuvel (wußte nicht, dass sie die Ehefrau des verstorbenen Stephen Cohen war).

Die Beiträge der genannten Personen sind eine eindringliche Mahnung an die heutigen politischen Eliten der USA (und Europas).
Beeindruckend auch, welchen Hintergrund die Personen im Board von ACURA haben. Dort zeigt sich ein akademisches kritisch/intellektuelles US-Amerika, das in unseren deutschen Medien so gut wie nie zur Sprache kommt. Die Veranstaltung im Video hebt sich wohltuend ab von der intellektuellen Flachheit unserer politischen Diskussionssendungen, wo kaum eine Analyse der Hintergründe und Gefahren im Vordergrund stehen, sondern solche Dinge, dass das "Zögern des Kanzlers" bei der Lieferungen schwerer Waffen an die Ukraine bei den Verbündeten "schlecht ankäme".

Mearsheimers Einschätzung ist, dass die USA in der Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen Russland führen. Die USA haben die ultrarechten Paramilizen, die Teil der ukrainischen Armee sind, finanziert und ausgestattet. Diese wiederum verhindern, dass Selensky einen schnellen Frieden, notfalls unter Gebietsabtretungen, mit Russland schliessen kann. So wurde Selensky, der mit dem Versprechen auf Frieden gewählt wurde, zu einem Präsidenten, der die Ukraine in einem anhaltenden Krieg zum "Sieg" gegen Russland (was für ein Wahnsinn) führen will.
Er wird beim letzten Besuch von Blinken und Austin in Kiew neue Anweisungen erhalten haben.

Die "Waffengeberkonferenz" der USA in Ramstein (auf deutschem Boden!) soll Deutschland massiv unter Druck setzen. Da zeigt sich die Absicht der USA, europäische NATO-Staaten zu Kriegsteilnehmern zu machen.
Es braucht nicht viel Fantasie um vorauszusehen, wie Russland reagieren wird. Es wird alles tun um zu verhindern, dass diese Waffen in die Kampfgebiete kommen. D.h. es wird Schienenverbindungen, Brücken, große Straßen, ... bombardieren, mit verheerenden Auswirkungen für die Versorgung der ukrainischen Bevölkerung.

Zudem besteht die Gefahr, dass Russland, wenn in größter Bedrängnis, Atomwaffen einsetzen könnte, weinger in der Ukraine, sondern gegen die großen militärischen NATO-Basen in Europa, von welchen der Krieg in der Ukraine gesteuert und logistisch gefüttert wird. Ziele könnten u.a. Ramstein und das Atomwaffenlager Büchel in Deutschland sein.
Die USA scheinen bereit, so etwas in Kauf zu nehmen.

Das Schlachtfeld eines drohenden Atomkrieges wird Europa sein und die europäischen NATO-Länder werden solch einen Krieg nicht gewinnen. Die Verheerungen werden für viele unvorstellbar sein. Die USA werden dabei sehr wahrscheinlich alles tun, um ihr Kernland herauszuhalten, d.h. keine Interkontinentalraketen von US-Boden abschiessen. Sie haben es immer schon verstanden, ihre Kriege von anderen führen zu lassen.
Es wird allerhöchste Zeit für die europäische Bevölkerung, aufzuwachen und sich ihren politischen Eliten, welche leider willige Helfer von US-Kriegsführung sind, entgegen zu stellen und umgehend Frieden einzufordern.

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