grftjx schrieb am 02.09.2022 12:58:
Du findest also, dass im Interesse der Kontinuität solche Richtungsentscheidungen nicht einmal durch die nächste Wahl korrigierbar sein sollten? Ich glaube, unser Verständnis über das Funktionieren eines demokratischen Staates klafft doch weit auseinander. Wobei ich durchaus sehe, dass die Entwicklung eindeutig in die Richtung geht, die du für wünschenswert zu halten scheinst.
Das habe ich nie gesagt.
Ich habe nur dargelegt wie ich ihre Position verstanden habe,
und dass ich diese (aus ihrer Sicht) nachvollziehen kann.
Meine persönliche Meinung:
1.) Das Versprechen die Bewohner der Ukraine zu unterstützen halte ich für sinnvoll.
Das sollte allerdings für alle Bewohner von Kriegsgebieten gelten.
Und unterstützen können wir nur in dem Maße,
wie wir es uns leisten können,
ohne uns selbst zu sehr zu schaden.
Sonst ist nämlich so-oder-so nix mehr mit "unterstützen".
2.) Politische Kontinuität ist wichtig,
aber sie ist nicht in Stein gemeisselt.
Ein Land sollte international berechenbar agieren.
Das schliesst ja keine Kursänderungen aus,
nur sollten diese eben absehbar sein.
Falls der Krieg noch so lange andauern sollte,
und die nächste Bundesregierung sich auf einmal auf die Seite Russland stellen sollte,
dann wäre das zB eben (vom jetztigen Standpunkt aus) kein absehbares Verhalten.
Auch neue Regelungen aufgrund des Klimawandels
bedeuten ja eine Kursänderung.
Diese ist aber in der aktuellen Lage ja durchaus absehbar.