Wohnst du im Bundestagswahlkreis Potsdam? Oder wenigstens dem Land Brandenburg?
Nur dann kannst du rein formaljuristisch Frau Baerbock bei der Bundestagswahl auch gewählt haben.
Ansonsten hast du Bundnis90/Grünen gewählt, mit Frau Baerbock zwar als Spitzenkandidatin, aber für das Kanzleramt.
Du hast sie nicht zum Außenminister gewählt. Diesen Posten bekam sie nach Koalitionsverhandlungen.
Und auch wenn sie Kanzler geworden wäre, hättest du sie nicht zum Kanzler gewählt, sofern du nicht Mitglied des Bundestages wärst. Denn nur ein Mitglied des Bundestages kann den Kanzler wählen. Der Kanzler wiederum ernennt seine Minister. Vorgeschlagen wurde Frau Baerbock zwar von ihrer Partei, aber formal wurde sie von Olaf Scholz dann "erwählt".
Ich nehme nun nicht an, dass ich hier dem Bundeskanzler schreibe.
Der Einfluss der Wähler auf Regierungsposten ist gering:
Horst Seehofer wurde nach einer für die CSU weniger gut verlaufenen Wahl Ministerpräsident von Bayern. Er war nicht Spitzenkandidat, stand nicht einmal auf einem einzigen Wahlzettel, sondern zum Zeitpunkt der Landtagswahl Minister in Berlin.
Kein CSU-Wähler hatte ihn damals also gewählt.
So ähnlich ist es auch mit dem Ministerposten von Frau Baerbock. Sie wurde übrigens noch nicht einmal Vizekanzler, obwohl Kanzlerkandidat.
Und wie schon Vorposter betonten: nun ist sie Bundesminister des Äußeren. Das ist ein Staatsamt, kein Parteiamt. Es steht also allen zu, ihre Tätigkeit zu bewerten, nicht nur ihren Parteigängern. Das haben Staatsämter so an sich.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (06.09.2022 18:45).