Antwort auf Re: Kollektive sind ein Verbrechen gegen das Individuum von Storchbraterei Ploing.
Storchbraterei Ploing schrieb am 09.07.2021 12:33:
Wenn ich aber betrachte, wie China sich bislang diesen Herausforderungen stellt, fallen mir leider nicht viele andere Staaten ein, welche diese besser löst - die kleine Pandemie momentan, die einstigen "Musterstaaten" des "Wertewestens" immer noch schwer zu schaffen macht, inbegriffen.
Danke für die Erwähnung der kollektiven Wasserwirtschaft in Reisbauernkulturen.
Europa ist ein humider Kontinent mit Getreide, hier gabs immer Freibauern, der Dissident konnte zum nächsten Fürsten exilieren, insofern ist Europa für mich das freie Wort.
Die indoarischen Sprachen mit Subjekt-Objekt-Trennung gliedern analytisch, die asiatischen befördern mehr holistische Sicht + Einheit im Gegensatz (Dialektik).
* die Überschrift ist ironisch-polemisch Wir wissen: Frauen und Männer opassen nicht zusammen. In der Mitte schon. Es braucht Solidarität.
Unter den asiatischen Aufsteigern fallen mir sofort Japan, Südkorea ein, auch Vietnam schickt sich an auf die Überholspur zu wechseln.
Bemerkenswert dazu im Kontrast die islamischen Länder, über die Engels schreibt:
Einen eigentümlichen Gegensatz hierzu bilden die religiösen Aufstände der muhammedanischen Welt, namentlich in Afrika. Der Islam ist eine auf Orientalen, speziell Araber zugeschnittene Religion, also einerseits auf handel- und gewerbetreibende Städter, andrerseits auf nomadisierende Beduinen. Darin liegt aber der Keim einer periodisch wiederkehrenden Kollision. Die Städter werden reich, üppig, lax in Beobachtung des »Gesetzes«. Die Beduinen, arm und aus Armut sittenstreng, schauen mit Neid und Gier auf diese Reichtümer und Genüsse. Dann tun sie sich zusammen unter einem Propheten, einem Mahdi, die Abgefallnen zu züchtigen, die Achtung vor dem Zeremonialgesetz und dem wahren Glauben wiederherzustellen und zum Lohn die Schätze der Abtrünnigen einzuheimsen. Nach hundert Jahren stehn sie natürlich genau da, wo jene Abtrünnigen standen; eine neue Glaubensreinigung ist nötig, ein neuer Mahdi steht auf, das Spiel geht von vorne an. So ist's geschehn von den Eroberungszügen der afrikanischen Almoraviden und Almohaden nach Spanien bis zum letzten Mahdi von Chartum, der den Engländern so erfolgreich trotzte. So oder ähnlich verhielt es sich mit den Aufständen in Persien und andern muhammedanischen Ländern. Es sind alles religiös verkleidete Bewegungen, entspringend aus ökonomischen Ursachen; aber, auch wenn siegreich, lassen sie die alten ökonomischen Bedingungen unangerührt fortbestehen. Es bleibt also alles beim alten, und die Kollision wird periodisch. In den Volkserhebungen des christlichen Westens dagegen dient die religiöse Verkleidung nur als Fahne und Maske für Angriffe auf eine veraltende ökonomische Ordnung; diese wird schließlich gestürzt, eine neue kommt auf, die Welt kommt vorwärts.
http://www.mlwerke.de/me/me22/me22_447.htm#F1
vgl http://de.wikipedia.org/wiki/Ibn_Chaldun#al-Muqaddima