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Avatar von Storchbraterei Ploing
  • Storchbraterei Ploing

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Kollektive haben in China Tradition

Der für "uns Wessis" unverständliche Kollektivismus in Asien (besonders in China) hat eine sehr lange Tradition. Das liegt vielleicht schon daran, wie Sesshaftwerdung und Landwirtschaft in dieser Region funktionieren. Reisanbau und damit verbundene Wasserwirtschaft bis hin zur Umgestaltung der Landschaft z.B. in Terrassen und "Tanks" können nur mit guter Planung und kollektiven Arbeit von vielen Menschen geschafft werden.

Große Teile von China sind noch bzw. waren Wüsten und Naturkatastrophen - wie für uns kaum vorstellbare regelmäßige Überschwemmungen oder Dürrezeiten mussten von Chinesen bewältigt werden und das ging nur durch gute Koordination der Arbeitskraft vieler Menschen.

China heißt ja nach dem Kaiser Qin, dem Begründer der sieben Reiche zu China vereinigenden Qin-Dynastie - das war 221 vor Christus und die größte Leistung dieser Dynastie war die Vereinheitlichung von Schrift, Normen, Rechtssystem etc.

Gebäude vom Himmelstempel bis zur chinesischen Mauern sind aus Normbauteilen zusammengesetzt - so wie man es heute von technischen Artikeln aus China auch noch kennt (wie z.B. PC-Gehäusen). Hierzulande ist dagegen noch jeder Hersteller bemüht, seinen Kram inkompatibel zur Konkurrenz zu bauen..

Sicher gab es seither viele Krisen, das Kaiserreich fiel nach vielen Dynastien letztlich der kolonialen Ausbeutung, erst dem Raubtierkapitalismus und dann einem fehlerhaft umgesetzten westlichen Kommunismus zum Opfer, hat aber nun wohl wieder seinen eigenen Weg gefunden, der vielleicht eher der kollektivistisch- Konfuzianistischen Lebensart der Chinesen entspricht.

Der Westen setzt nach wie vor auf Individualismus - um nicht zu sagen Narzissmus und Machiavellismus - das Wohl des Einzelnen steht hier stets über dem Wohl der Allgemeinheit.

Sicher gibt es in China immer noch viele Menschen, denen es schlecht geht oder die unterdrückt werden oder auch Milliardäre andererseits - China ist nach unserem Verständnis keine Demokratie, aber auch keine offensichtliche Meritokratie oder Kleptokratie wie viele westliche Länder - vor allem unser derzeitiges "Vorbild" USA.

Die Beispiele im Artikel - die jeder der die Quellenlage prüft - auch bestätigt findet, zeigen aber das Resultat - und wie Kollektvismus halt wirklich funktionieren kann - nur wohl in der narzisstischen Normopathie des Werte-Westens und individualistischen Experimenten wie der "neulinken" Identitätspolitik schon gar nicht.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.07.2021 11:08).

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  • Avatar von So_ist_es_eben
    • So_ist_es_eben

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.02.2021

    Re: Kollektive sind ein Verbrechen gegen das Individuum

    Antwort auf Kollektive haben in China Tradition von Storchbraterei Ploing.

    China ist nach unserem Verständnis keine Demokratie, aber auch keine offensichtliche Meritokratie ....

    Das System der "social credits" zeigt da aber was anderes.

    und wie Kollektvismus halt wirklich funktionieren kann

    das hat uns Pol Pot bis zum Exzess gezeigt.

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  • Avatar von Storchbraterei Ploing
    • Storchbraterei Ploing

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.03.2004

    Antwort auf Re: Kollektive sind ein Verbrechen gegen das Individuum von So_ist_es_eben.

    und wie Kollektvismus halt wirklich funktionieren kann

    das hat uns Pol Pot bis zum Exzess gezeigt.

    Pol Pot war leider nur eine noch viel schlechtere Kopie von Mao Zedong, der versuchte, ein falsches Idealbild des einstigen Kampuchea wieder aufzubauen - ähnlich wie beim Germanenkult der Nazis. Jeglicher zivilisatorische und technische Fortschritt war bei einer inzwischen angewachsenen Bevölkerung unmöglich, aber da fehlte jegliches Know-How bzw. wurde - wie auch in Chinas Kultur-Revolution - sogar noch zerstört. Wie Nord-Koreas Chuch'e war das eher eine fragwürdige Religion / "Ideotologie" als ein Gesellschaftssystem.

    China orientiert sich aber seit Deng Xiaoping an Fortschritt und Wissenschaft und stellt sich den Herausforderungen von derzeit 1.41 Milliarden Einwohnern und hat es seither geschafft (wie der Artikel ja auch illustriert) eine zivilisatorische Höhe und einen (zwar noch recht bescheidenen Mittelstands- Wohlstand) für die überwiegende Mehrzahl der seiner Bürger zu erreichen - trotz zunehmender weltpolitischer, klimatischer und demografischer Herausforderungen (die Bevölkerungsexplosion wurde gestoppt führt nun aber zu einer Überalterung).

    Wenn ich aber betrachte, wie China sich bislang diesen Herausforderungen stellt, fallen mir leider nicht viele andere Staaten ein, welche diese besser löst - die kleine Pandemie momentan, die einstigen "Musterstaaten" des "Wertewestens" immer noch schwer zu schaffen macht, inbegriffen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.07.2021 12:37).

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  • Avatar von hubid
    • hubid

    mehr als 1000 Beiträge seit 16.12.2000

    Antwort auf Kollektive haben in China Tradition von Storchbraterei Ploing.

    Storchbraterei Ploing schrieb am 09.07.2021 10:57:

    Der für "uns Wessis" unverständliche Kollektivismus in Asien (besonders in China) hat eine sehr lange Tradition. Das liegt vielleicht schon daran, wie Sesshaftwerdung und Landwirtschaft in dieser Region funktionieren.

    Das auch, es hat aber wirklich auch einfach traditionelle Gründe. Bereits unter dem ersten Kaiser wurden Kollektive und Denunziantentum eingeführt: Es wurden jeweils eine Reihe von Familien zu einem Kollektiv zusammengefasst, die auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden blieben: Beging einer aus dem Kollektiv einen Gesetzesverstoss, so hatten die anderen die Wahl: Entweder wurde der Aus-der-Reihe-Tanzende von den anderen denunziert, oder aber die anderen mussten die Strafe für das Vergehen mittragen - und sehr oft bedeutete dies die Todesstrafe.

    Tatsächlich wurden die Chinesen seit dieser Zeit darauf getrimmt, sich gegenseitig zu überwachen und Kollektivstrafen gelten auch seit dieser Zeit als legitimes Mittel, um die Gesellschaft am Funktionieren zu halten.

    Natürlich, aus Sicht des Funktionierens innerhalb eines Grossreichs ist dieser Ansatz dem westlichen Individualismus überlegen: Wer nicht spurt, der wird eliminiert, und da es genug Menschen gibt, ist es nach chinesischer Auffassung auch kein Problem, wenn diejenigen ausgesondert werden, die als nicht wertvoll für die Gesellschaft eingestuft werden.

    Hier im Westen hatten wir solche Ansätze übrigens zeitweise auch praktiziert - anders als in China sind wir allerdings zur Auffassung gelangt, dass Menschen- und Freiheitsrechte ein hohes Gut sind, die einzuschränken nur mit gutem Grund zulässig ist. Wer heute hier Menschen aussondern will, die er als nicht wertvoll betrachtet, der gilt in der Regel als Rechtsextrem.

    So sind eben die Kulturen unterschiedlich. Ich persönlich möchte nicht unbedingt in einem Staat leben, in dem das Individuum sich bedingungslos dem Kollektiv unterzuordnen hat, und in dem die individuellen Rechte zum Teil recht schnell verwirkt sind, wenn das Kollektiv ein Individuum zum wenig wertvollen Element erklärt. Wie gesagt: Hatten wir schon, und diese Beispiele werden bei uns mahnend in Geschichtsbüchern geführ ...

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  • Avatar von So_ist_es_eben
    • So_ist_es_eben

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.02.2021

    Antwort auf Re: Kollektive sind ein Verbrechen gegen das Individuum von Storchbraterei Ploing.

    Pol Pot war leider nur eine noch viel schlechtere Kopie von Mao Zedong, der versuchte, ein falsches Idealbild des einstigen Kampuchea wieder aufzubauen - ähnlich wie beim Germanenkult der Nazis.

    Und die kommunistische Partei Maos ist noch allein herrschend heute an der Macht.
    Aber ich merke schon die Sehnsucht einiger hier, endlich wieder eine Diktatur in Deutschland errichten zu können. Hoffen wir, dass der demokratische Rechtsstaat wehrhaft genug gegen eure grün getarnten Bestrebungen ist.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.07.2021 12:38).

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  • Avatar von YelloPerilo

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2008

    Antwort auf Re: Kollektive haben in China Tradition von hubid.

    Ähm, die Qin Dynastie dauerte deshalb nur so kurz, weil das Volk die strengen Gesetze hasste.

    Dass du durch die wertewestliche Bildung wenig über China weißt, kann ich verstehen. Dass du aber selbst wenig Ahnung über deine Gesellschaftsentwicklung wie, z.B. der Individualismus hast, ist mehr als badauernswert.

    YP 😉

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  • Avatar von hubid
    • hubid

    mehr als 1000 Beiträge seit 16.12.2000

    Antwort auf Re: Kollektive haben in China Tradition von YelloPerilo.

    YelloPerilo schrieb am 09.07.2021 12:43:

    Ähm, die Qin Dynastie dauerte deshalb nur so kurz, weil das Volk die strengen Gesetze hasste.

    Ja, das Prinzip des Kollektivismus hat allerdings - wie ja der Vorredner betonte - überlebt!

    Dass du durch die wertewestliche Bildung wenig über China weißt,

    ???? Woher willst ausgerechnet Du denn wissen, was ich über China weiss?

    Dass du aber selbst wenig Ahnung über deine Gesellschaftsentwicklung wie, z.B. der Individualismus hast, ist mehr als badauernswert.

    Hihi, guter Versuch des Bashings. Leider gescheitert. Abfällige Bemerkungen über andere zu machen, mag in China entsprechenden sozialen Druck aufbauen, hier machst Du Dich einfach nur lächerlich damit :-)

    Klar, dass Du solche Mechanismen nicht verstehen kannst.

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  • Avatar von So_ist_es_eben
    • So_ist_es_eben

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.02.2021

    Antwort auf Re: Kollektive haben in China Tradition von hubid.

    Er macht sich schon die ganze Zeit hier auf diese Art lächerlich, nur er versteht es eben nicht, weil er verblendet von seiner Ideologie das Heil in der Diktatur vermutet.

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  • Avatar von YelloPerilo

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2008

    Antwort auf Re: Kollektive haben in China Tradition von hubid.

    Du hast gerade in einem anderen Faden doch bewiesen, dass du keine Ahnung hast.

    Abfällige Bemerkungen als sozialer Druck ist in China allein wegen der Gesichtswahrung des Gegenübers äußerst selten, aber durchaus Usus im Wertewesten, da Gesichtswahrung dort kaum exisitiert.

    Allein dass ich deine Sprache beherrsche, sagt doch, dass ich mehr über deine Gesellschaft weiß als du jemals von China.

    YP 👻

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  • Avatar von YelloPerilo

    mehr als 1000 Beiträge seit 18.03.2008

    Antwort auf Re: Kollektive haben in China Tradition von So_ist_es_eben.

    Witzig, dass du hier im Forum so wenig Zustimmung findest. Wer macht sich hier wohl lächerlich?

    YP 🤓

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