Baum nach Äpfeln suchen. Es ist ein Nussbaum, aber die Nüsse erscheinen uns zu hart zum Direktverzehr. So will ich es einmal umschreiben.
Wenn uns die 'Merkelianer' deutlich machen wollen, dass wir doch eher in harmonischen Verhältnissen leben sollten, die durch keine bösen Wörter zwischen den Menschen belastet werden, man also Wahrheiten, die einen anderen auf seine Unzulänglichkeiten hinweisen, tunlichst vermeidet, dann haben sie vor, ein zentrales, kulturbildendes Element des Westens, der europäischen Kultur zu 'schleifen'.
Liebe Mods, ich komme gleich zum Thema.
Der Umgang mit Corona zeigt auch hier, wie 'wir' ticken: risikobereit und individualistisch. Winner takes all, loser stands small. China war nicht risikobereit, Asien insgesamt nicht. Meines Wissens gab und gibt es kein asiatisches Land, das so wie wir agierte. Sie beugten vor und verpflichteten den einzelnen Menschen zu Gehorsam zum Wohle des Volkskörpers. Eine Denkweise, die den 'Merkelianern' sehr nachahmenswert erscheint.
Deshalb werden wir einen anderen Weg wählen. Er wird steiler sein, viele Verlierer kennen und doch zum selben Ziel führen, das auch China anvisiert.
Der Ausgang des zweiten Weltkriegs hat in Wahrheit drei Sieger hervorgebracht und einen Verlierer. Die Sieger sind Nordamerika, Russland (UDSSR) und China. Die Verliererin ist Europa.
Wie kommen wir aus dieser Verlierposition heraus? Dicke Nüsse knacken, bevor man sie verzehrt. Erste Nuss: Anerkennen, dass wir mit 500 Millionen Menschen nicht eine Nebenrolle auf der Weltbühne spielen können, ohne uns komplett lächerlich zu machen. Wir müssen eine Hauptrolle WOLLEN! Zweite Nuss: wir müssen uns frei machen von der Vorstellung, man könnte die Welt immer noch mit der Bibel in der einen und der (Sklaven) Peitsche in deranderen regieren. Die Bibel haben wir durch unsere 'Werte' ersetzt, gehen aber damit genauso scheinheilig um, wie mit der Bibel. Dritte Nuss: Wir müssen unserer amerikanischen Verwandtschaft klarmachen, dass wir einen eigenen Weg gehen WOLLEN und KÖNNEN. Wir müssen unserem großen Bruder im Osten klarmachen, dass er sein Riesenreich nur mit uns und China zusammenhalten kann. Ihm werden die Probleme im Land bald über den Kopf wachsen.
Wir müssen in Kenntnis der asiatischen Kultur unsere eigene Kultur weiterentwickeln. Die Seidenstraße wird zur Lebensader der Welt werden, wenn es gut läuft, noch in diesem Jahrzehnt. Wenn es schlecht läuft, Ende des Jahrhunderts und nach wüsten Auseinandersetzungen.
Sehr geehrter Herr Elsner, sehr geehrte Damen und Herrn bei Telepolis: Kompliment, erstklassige Artikelserie, die wieder den Blick auf das Weltgeschehen zurechtrückt.
P.S.: man sollte Jeremy Rifkin in diesem Zusammenhang nicht aus den Augen verlieren!
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.07.2021 10:17).