Leider hat es Herr Pomrehn geschafft hier zwei recht unterirdische Chinabeiträge an einem Tag unterzubringen. Das ist insbesondere Schade, weil er sich angenehm von den meisten Schreiberlingen abhebt, die zunehmend vor allem Ressentiments bedienen und hetzen.
Zum Thema, auch wenn viele hier im Forum das Thema Männerüberschuss nutzen, um ihren Ängsten und ihrer Fremdenfeindlichkeit etwas Auslauf zu geben, ist dieser für die abnehmende Geburtenrate weder in China noch in Deutschland verantwortlich.
Tatsächlich können es sich große Teile der jüngeren Menschen in China nicht leisten Kinder zu kriegen. Es fehlt schlicht an Einkommen, um diese vernünftig großzuziehen. Auf der einen Seite ziehen die Eltern, die in China deutlich früher in Rente gehen an dieser Generation. Die niedrigen Renten in Verbindung mit der schnellen Konsumentwicklung führen faktisch dazu, dass viele Eltern regelmäßig Geld von ihren Kindern erwarten und es teilweise auch nötig haben. Dann fordern die Unternehmen in guten Zeiten Überstunden ohne Ende, da kommt bei der Familienplanung auch keine rechte Freude auf. Und natürlich will diese Generation auch ein bisschen was erleben: Smartphone, Reisen, Disneyland, gut Essen und schicke Kleidung. Da reden wir noch nicht über den Wunsch nach Auto und Wohnung den die Mittelklasse auch noch hat. Für Kinder haben die weder Zeit noch Geld.
Die Regierung hat mit dem Verbot von Privatschulen und Privatlehrern ein bisschen den finanziellen Druck raus genommen. Aber um wirklich ein familienfreundliches Klima zu erzeugen, werden die noch viel mehr tun müssen.
Investitionen in öffentliche Schulen (Anzahl und Qualität der Lehrer).
Kindergeld, Mutterschutz, am besten ein bezahltes Babyjahr, weniger karrierebedingte, familienfeindliche Versetzungen, insbesondere der jungen Väter.
Diese Art von kleinen Anpassungen hat die Regierung bisher immer ganz gut hinbekommen. Auch daran werden sie nicht untergehen.
Mal schauen wie sie sich im Vergleich zur deutschen Regierung in den kommenden 10 Jahren schlagen.