Downburst schrieb am 23.10.2023 15:14:
Als ich das gelesen habe, wurde mir ziemlich blümerant.
Wenn Herr Suchsland diese Bezeichnung für Leute wie Moshe Zuckermann etc. allen Ernstes für angemessen und nicht antisemitisch hält, dann bin ich wohl irgendwie im falschen Film.
Da ich normalerweise eine hohe Qualität bei seinen Beiträgen gewohnt bin, halte ich ihm zugute, dass bei diesem allgemein hoch emotionalen Beitrag die Gäule mit ihm durchgegangen sind.
Ich habe zwar auch kurz gestutzt, aber ich interpretiere das so, dass das Wesentliche hier nicht der "Jude", sondern der "Bedarf" ist. Die generelle Abschätzigkeit der Formulierung ist also nicht, wie in Ihrem Beispiel auf Herrn Zuckermann personalisiert, sondern sie zielt doch eher auf denjenigen ab, der einen "Bedarf" an speziell einem Juden hat, um irgendeine jüdische Stimme für die eigene Argumentation einzuspannen.
Vielleicht im Stile amerikanischer "Kulturlinker", die sich sorgen, weil sie in ihrem Facebook-Account zu wenige oder gar keine "schwarzen Freunde" oder "schwule Freunde" haben, obwohl sie sich doch so sehr gegen Rassismus und für sexuelle Selbstbestimmung engagieren ...
Würde man den Begriff anders zusammensetzen, etwa als "Bedarfsmoslem", "Bedarfsbehinderter" oder "Bedarfsschwuler" gäbe es diese Irritation vielleicht nicht (naja, vielleicht andere).
Insofern würde ich Herrn Suchsland hier keinen Antisemitismus vorwerfen wollen, aber das ist natürlich ein sehr flexibler Begriff.