alterpinguin schrieb am 24.08.2022 12:30:
Literatur ist immer ein Kind seiner Zeit! Akzeptiert die Realität oder reitet Euch nur weiter rein und tut so, als wenn sie Euch nicht passe.
Komischerweise (scheinbar) bekommt z.B. das "Kapital (Marx/Engels)" nicht den Stempel Fiktion und selbst so was wie die alte "Bibel" muss so darüber erhaben sein, dass es dafür sogar heute noch entsprechende Straftatbestände gibt.
Im Übrigen, was "Karl May" betrifft, so hat der angeblich zu einem großen Teil seines Lebens behauptet seine fiktionalen Geschichten (Shatterhand etc. -- geschrieben hat er viel mehr) seien wahr. Die Wahrheit sich "schön zu träumen" ist unter vielen Umständen (wie z.B. längerer Gefängnisaufenthalt zur damaligen Zeit) im Grunde auch eine Form der Wahrheit, besonders wenn sie scheinbar überlebenswichtig wird (unerträglicher Zustände).
Zu den von dir genannten Beispielen kann ich Folgendes sagen:
Zu Karl May: Wie du selbst so schön sagst "angeblich". Angeblich ist ein Gerücht das stimmen kann aber nicht muss.
Zum Kapital: Das ist soweit ich weiß eine Studie / Hypothese zur Wirtschaftswissenschaft. Das kann man schwerlich als Fiktion werten weil das ja auf darauf abzielt aus Beobachtungen Rückschlüsse auf die Vorgänge zu ziehen.
Die Bibel: Ist ein historisch gewachsenes Dokument aus Augenzeugenberichten / angeblichen Augenzeugenberichten / netten Geschichten und Parabeln. Auch hier behautet niemand das wäre alles wahr im wissenschaftlichen Sinn sondern man muss an den Inhalt glauben eben weil man es nicht beweisen kann. So wie fast alles was mit Religion und Glaube zusammenhängt. Das trifft übrigens nicht nur auf die Bibel zu sondern auf auf alle "heiligen Bücher".
PS: Das Literatur und Kunst immer der Zeit entspringt in der sie entsteht ist logisch. Und wenn einem was nicht gefällt gibt es übrigens eine einfache Methode damit umzugehen ohne direkt nach Zensur und Verbot zu rufen. Einfach nicht kaufen / nicht konsumieren.