Populist schrieb am 24.08.2022 10:27:
Die Vorwürfe, die dem Verlag von Vertretern einer neuen Sensibilität, das Schlagwort dazu heißt "woke", gemacht werden, sind nicht neu. Die Bücher würden den Genozid, die Kolonialisierung und die Verbrechen, die an den nordamerikanischen Ureinwohnern verübt wurden, romantisieren und dadurch verharmlosen, so der Kern der Kritik.
Kann das mal jemand konkretisieren? Wo und wodurch genau wird denn der Genozid romantisiert?
Aber selbstverständlich kann man: Gar nicht.
Wer die "Winnetou"-Bände von May gelesen hat, weiß, dass gleich der erste Band mit einem Klagelied auf die katastrophale Situation des "Roten Mannes" nach Einwanderung des "Weissen" beginnt.
Ob die Bücher zum neuen Film der Ravensburger vor Rassimus und kolonialem Denken nur so strotzen, kann ich nicht sagen, da es sich eben um eine Neuauflage handelt.
May hat damit gewiss nichts zu tun, im Gegenteil: In seinen Büchern (auch den im Orient spielenden mit Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef) wird stets hervor gehoben, dass es in allen Völkern "diese und jene" gibt, und ist der Autor für seine Zeit und seinen begrenzten Horizont erstaunlich tolerant und "fortschrittlich".
Ich kann mir die verquaste Aktion nur so erklären, dass die woken Glaubenskrieger immer neue Opfer für immer neue Scheiterhaufen benötigen.