Die Frage, ob wir Nahrungsmittel ökologisch anbauen wollen, ist daher kein Luxusproblem, sondern eine Frage des Überlebens.
Bei dieser Thematik hat es Aigner nicht geschafft, die sonst übliche Hoffnung erzeugen wollende Schlusspassage zu formulieren.
Und in der Tat, es gibt auch kaum einen Ansatz dazu. Nahezu alle negativen Tendenzen setzen sich fort. Die Landwirtschaft bewegt sich immer weiter weg von dem Zustand, in den sie gebracht werden sollte, um Nachhaltigkeit zu garantieren. Die Industrialisierung schreitet ungebremst voran, der durch die ultralarge Geldpolitik kräftig angetriebene Run auf handfeste Werte, sprich Land trägt Wesentliches dazu bei. Es entstehen Agrarkonzerne, der selbständige Bauernhof, in den meisten Fällen längst eine Fiktion, verschwindet auch als Fassade. Damit bestimmen 'die Märkte', was auf den Feldern geschieht. Und das bedeutet die Ausrichtung auf kürzestfristigen Gewinn. Und noch effizientere Lobbyarbeit, um die Politik von für den Aktienwert adversen Entscheidung abzuhalten.
Solange das so läuft, muss man sich über ökologische Reformen in der Landwirtschaft nicht den Kopf zerbrechen. Stattdessen Wechsel von Haltungsform 1 zu 2, was in vielen Fällen bedeutet, dass davor zu hundert Prozent angebundenes Stallvieh nun im Sommerhalbjahr 2 Stunden pro Tag etwas Auslauf erhält. Noch nicht ganz auf dem Niveau in einem Hochsicherheitsgefängnis...
Das System muss crashen, sonst crasht die Gesellschaft als Ganze.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (21.01.2022 16:57).