mal_so schrieb am 08.02.2022 14:47:
...
--> Last-Fern und Transit-Verkehr müssen auf die Schiene verlagert werden.
(LKW's dürften nur für die direkte Anlieferung die Straße benutzen)
das wäre ein substantielle Verkehrswende
Dazu brauchte man aber auch ein ausgebautes und belastbares Schienennetz. Am besten wo sich Personen- und Güterverkehr so wenig wie möglich in die Quere kommen. Das ist z.Z. nur bei den ICE Netzen möglich.
Ich habe nicht wirklich Ahnung, denn es scheint auch im EU Güterverkehr erhebliche Probleme zu geben, die logistisch und bürokratische den Güterverkehr z.T. extrem ausbremsen können, da jeder des nationalen Schienennetzte mehr oder weniger sein eigenes Süppchen kocht.
Wie der Transport von Tomaten im Kühlzug von Almeria nach Berlin funktioniert, liegt an den sogenannten Korridoren in den jeweiligen Ländern. Der Güterverkehr muss bei den sogenannten Koordinatoren angemeldet werden, wenn man regelmäßige Transporte durchführt, möglichst lange im voraus. Sogenannte Ad Hoc Transporte müssen erst geprüft werden und können nur bei vorhandenen Lücken fahren. Das kann sogar sehr zeitraubend sein, weil man immer zwischendurch in eine "Parkposition" muss.
Wem es interessiert:
Transeuropäisches Verkehrsnetz Korridormanagement
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/transeuropaeische-verkehrsnetze-korridormanagement.html
Der Schienengüterverkehr in der EU: noch nicht auf dem richtigen Kurs
- Kapazitätszuweisung
- Seite 37 ab Nummer 45
https://www.eca.europa.eu/Lists/ECADocuments/SR16_08/SR_RAIL_FREIGHT_DE.pdf
Mit dieser Problematik tut sich für mich noch etwas auf:
Kohle, Getreide und andres Schüttgut, eventuell Öl, Erze oder sonst was, was bisher aus Russland in die EU kam, soll ja sonst wo in der Welt eingekauft werden. Das meiste davon muss ja besonders über die Seehäfen in Europa angelandet werden.
Stellen dich die Fragen:
Reichen die Schiffskapazitäten um diese Schüttgut- und Containertransporte nach Europa zu bringen?
Reichen die Hafenkapazitäten, um das zusätzlichen Schüttgut- und Containeraufkommen zu löschen?
Wie weit erhöht sich das LKW aufkommen und besonders der Schienentransport mit den oben genannten Problemen der Korridorverwaltung der Schienennetze?
Und schon jetzt zeigen sich "zufälliger weise" durch Wetter und Klima, dass es zum Problem werden kann, wenn die Flüsse, besonders Rhein, Elbe und weiterführende Flüsse der Binnenschifffahrt gestört sind und man kaum noch Kohle, Gas, Öl, Erze,... zeitweise oder längerfristig (Wochen/Monate) nicht per Schiff transportieren kann.
Das würde den Schienentransport mit den Regelungen belasten und es kann von einer funktionierenden Lieferkette keine Rede mehr sein.
Dieses Jahr ist ja nicht das erste mal. Auch 2018 war das schon sehr akut.
Teilweise auch schon vorher und nachher bis heute.
Trockenheit und Niedrigwasser
Warum Flüsse ein Wirtschaftsfaktor sind
https://www.deutschlandfunk.de/trockenheit-fluesse-100.html