Mathematiker schrieb am 03.12.2022 11:47:
Der ehemalige Kanzlerkandidat und Finanzminister der SPD, später dann berühmter Aussteiger bei den Sozialdemokraten und führender Vertreter der Linken, Oskar Lafontaine, dürfte das umstrittenste Buch dieses Winters geschrieben haben.
Das ist aber sehr wohlwollend verkürzt, dabei gibt so viele schöne Aspekte, die Florian Rötzer einfach unter den Tisch fallen läßt.
Der kleine "Napoleon von der Saar", ja richtig dieses etwas merkwürdige Bundesland im Süd-Westen der Republik, dass schon so einige krude Persönlichkeiten und merkwürdige politische Gepflogenheiten hervorgebracht hatte, war dort sogar einmal 14 Jahre lang der Ministerpräsident. Danach war bis 2022 erst einmal Schluss dort mit der SPD-Herrlichkeit, bis jetzt die Kugelstoßerin das Amt übernahm.Im Jahre 1987 rief Herbert Ernst Karl Frahm den Oskar als seinen Nachfolger, aber der wollte einfach nicht hören. Er handelte wie eine Diva, so dass damals dann der HJ Vogel in die Bütt mußte. Die Allzweckwaffe der SPD mit leichtem Oberlehrercharme. (Aber nichts im Vergleich zum Bundesslum und der Faeserei.)
Tja, damit saß er aber auch nicht in der ersten Reihe, als es dann 2 Jahre später richtig rund ging. Er wollte damals die DDR stärken und einen Umzug von Ossis in den Westen verbieten. (Das ging zu seinem Glück dann etwas unter.)
Bei der ersten gemeinsamen Wahl 1990 war er dann der Kanzlerkandidat der SPD und fuhr durch das vorherige Herumgeier einen deutlichen Wahlverlust für die SPD ein.
Den wieder angebotenen Bundesvorsitz lehnte er ab.
Dann eierte die SPD unter fröhlichem Speerfeuer aus dem Saarland mit einigen Vorsitzenden herum, bis der Lafo in einer Kampfabstimmung dem Rudolf Scharping den Vorsitz wegnahm.Dann begann die kurze Blüte des Triumvirats: Schröder-Lafo-Scharping
Der Schröder gewann die Wahl und der Parteivorsitzende Lafontaine machte den Lindner ähm. Finanzminister. Ein knappes, halbes Jahr irrte er dann durchs Finanzministerium und suchte verzweifelt die vielen Milliarden, mit denen er seine Wohltaten finanzieren wollte.
Im März 1999 war er dann einfach einmal weg. Kein Kampf um Mehrheiten oder Positionen, lediglich ein dünnes Schreiben mit dem er von allen seinen Ämtern zurücktrat.
Seine Villa wurde dann damals von den Journalisten belagert. Nach Tagen zeigte er sich dann mit seinem Sohn auf dem Schultern und erzählte der versammelten Meute, dass er jetzt Privatmann sei und nicht mehr belästigt werden wollte.
Ein Fest für die Kabarettisten.Aber lernte doch sehr schnell, dass viele Schafe nur auf eine dünne Geschichte von ihm warteten, um ihn wieder auf´s Schild heben zu können.
Im Jahre 2005 trat er dann aus der SPD aus und gründete er dann seine Kleinpartei WASG.
Da er damit bei der Bundestagswahl gnadenlos untergegangen wäre, beschloss er mit der SED (ähm. PDS) eine Fusion und eine Art Burgfrieden mit dem IM Notar ähm. Gregor Gysi. Jeder durfte die neue Partei "Die Linke" als Plattform für die Selbstdarstellung und die eigenen Lagerfeuergeschichten nutzen.
So hatte der Oskar sein äußerst lukratives Einkommen als Bundestags- und nach 2009 als Landtagsabgeordneter gesichert.Im Jahre 2022 beschloss der 79-jährige dann doch nicht mehr für Die Linke im Saarland zu kandidieren. Während des Wahlkampfs machte er dann seinen großen Abwasch und forderte die Wähler auf, nicht mehr seine Partei "Die Linke" zu wählen.
Und der Hansel gräbt jetzt den Vietnamkrieg wieder aus, mit dem er in seiner Jugend seine Punkte gemacht hatte?
Jetzt will er mit seiner seiner 4. Ehefrau, der 26 Jahre jüngeren Sahra Wagenknecht, jetzt in einer 3. Partei herumturnen und wieder seine "Qualitäten" zeigen?"Ami, it’s time to go!"
Nein. "Oskar, it´s time to go!"
Extrem langer Text, um zu einer falschen Schlussfolgerung zu kommen.
Der Ami kann wirklich nach Hause gehen, Oskar Lafontaine ist schon zu Hause.
Oder was soll der Satz "Nein. 'Oskar, it´s time to go!'" bedeuten? Soll er nichts mehr sagen oder schreiben dürfen, oder nur einfach sterben?
PS. Dein Hintergrundbild der Ereignisse ist etwas dünn geraten.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (03.12.2022 17:15).