Die USA haben angekündigt, bis zu 60 Millionen AstraZeneca-Impfdosen an andere Länder abzugeben. Die US-Regierung sieht vorerst keinen Bedarf an dem Vakzin, während die EU um genügend Lieferungen ringt.
(https://www.tagesschau.de/ausland/usa-astrazeneca-103.html)
Dazu passen zwei Artikel, die 2009, bzw. 2011 veröffentlicht wurden:
Schweinegrippe-Impfstoff soll ins Ausland verkauft werden
Erst die Knappheit, jetzt der Überfluss: Die Bundesländer befürchten auf dem teuren Vorrat des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix sitzen zu bleiben. Der Grund: Die Impfbereitschaft der Deutschen lässt deutlich nach; auch die Zahl der Neuinfektionen sinkt.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) kündigte daher am Montag in Berlin an, dass die Bundesländer in der letzten Woche des Jahres rund zwei Millionen Impfstoffdosen ins Ausland verkaufen werden.
Wohin der Impfstoff geht, ist noch nicht entschieden. Interesse gibt es offenbar in der Ukraine, aber auch Afghanistan ist als möglicher Empfänger im Gespräch. Rösler selbst will quasi als Makler für die Länder geeignete Käuferstaaten suchen. Gelingt der Handel nicht, könnten die für die Seuchenbekämpfung zuständigen Länder auf den Kosten für den Pandemieimpfstoff sitzen bleiben.
(Hannoversche Allgemeine, 07.12.2009, https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Schweinegrippe-Impfstoff-soll-ins-Ausland-verkauft-werden)
Schweinegrippe-Impfstoff wird verbrannt
MAGDEBURG (dpa). Zwei Jahre nach der Schweinegrippe-Epidemie suchen die Länder eine Müllverbrennungsanlage für die Vernichtung der Impfstoff-Reste.
Sie solle 196 Paletten mit 16 Millionen Impfdosen beseitigen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums von Sachsen-Anhalt, Holger Paech. Die für mehrere hundert Millionen Euro gekauften Impfstoffe müssen vernichtet werden, weil die WHO ihn damals nur für die Pandemie zugelassen hatte.
Auch läuft das Haltbarkeitsdatum ab, und normale Grippeimpfstoffe schützen heute ebenfalls gegen das H1N1-Virus. Sachsen-Anhalt hat die Suche nach dem Entsorger übernommen, da es derzeit den Vorsitz der zuständigen Arbeitsgruppe der Länder hat.
[...]
Damit blieben die Länder auf Kosten von 239 Millionen Euro sitzen. Die Krankenkassen zahlten nur für Dosen, die auch genutzt wurden. Pläne, den Impfstoff Pandemrix ins Ausland zu verkaufen, waren gescheitert, weil es weltweit keinen Bedarf gab.
(ÄrzteZeitung, 17.08.2011, https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Schweinegrippe-Impfstoff-wird-verbrannt-271459.html)
Mit anderen Worten: Die Bevölkerung war skeptisch, zumal sich für den Impfstoff bereits abzeichnete, dass er nicht unerhebliche Nebenwirkungen mitbringt. Den Impfstoff mit diesem Wissen anderen (ärmeren) Ländern andrehen zu wollen, war mehr als zynisch. Auch die USA scheinen jetzt den vorbelasteten Impfstoff von AZ mangels Akzeptanz an andere risikofreudigere Länder abdrücken zu wollen.