bbirke schrieb am 28.04.2021 11:54:
SARS-CoV-2 ist kein Retrovirus, das sich regulär in die DNA schreibt, anders als HIV (AIDS). Wenn jemand die betreffenden Bausteine im Körper hat, die aus RNA die DNA verändern können, kann das mit jeder RNA theoretisch passieren, aber vor allem passiert es wahrscheinlich schon durch Retroviren.
Jedenfalls sind die mRNA-Impfstoffe bislang die verträglichsten und wirksamsten. AstraZeneca ist auch nicht schlecht, hat aber das Restrisiko der Thrombosen und Unsicherheiten bei Virusvarianten.
Nichts für ungut, aber Ihr Kenntnisse über medizinisch-virologische Zusammenhänge sind doch noch sehr lückenhaft! Außerdem hatte ich bereits auch einen zweiten Post mit vertiefenden Informatioen zu genau diesem Thema veröffentlicht, der jedoch OHNE Angabe von Gründen anscheinend leider komplett gelöscht wurde. Ich möchte daher nochmals versuchen Ihnen ein paar Zusammenhänge näher zu erläutern.
Doch kurz vorweg in eigener Sache noch ein bescheidener Hinweis an die Moderatoren von Telepolis:
Sollten Sie zukünftig sachlich-fachliche Kritikpunkte an meinen Ausführungen vorbringen wollen, welche jedoch grundsätzlich evidenzbasiert ausgerichtet sind und gerne auch ausdrücklich auf Ihren "Inhalt" und "Wahrheitsgehalt" hin überprüft werden können bzw. sollten, so lassen Sie es mich bitte unbedingt wissen, anstatt einfach nur kommentarlose Löschungen vorzunehmen. Vielen herzlichen Dank!!!
Nun aber zu Ihren größtenteils nur irrtümlichen Vermutungen.
Zur Einleitung über Retroviren:
1. Es ist richtig, dass Sars-Cov-2 explizit nicht zur Familie der Retroviren gehört!
2. Wichtig ist in dem Zusammenhang jedoch besonders: Retroviren verursachen durch die DNA Veränderungen in ihren Wirten eine große Zahl verschiedenartiger Krankheiten, darunter Tumore (Lymphome, Sarkome >>> https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6755614/), Neurologische Erkrankungen und Immunschwächen (z.b. HIV). Beim Menschen sind insgesamt allerdings überhaupt nur 5 Retroviren bekannt.
3. Normalerweise verläuft die Transkription an der DNA als Matrize (wie auch bei ALLEN Coronaviren), wobei ein komplementärer RNA-Strang synthetisiert wird; eine Ausnahme stellen eben genau jene Retroviren und die Retroelemente (auch Klasse-I-Transposons genannt) dar, die für das Einschleussen ihres Genoms in die Wirtszelle auf Reverse Transskriptase angewiesen sind. Da der Prozess durch die fehlende Korrekturlese-Fähigkeit der Reversen Transkriptase relativ ungenau ist, erfolgen häufige Mutationen des Virus. Diese ermöglichen eine schnelle Anpassung des Virus an antivirale Medikamente und damit eine Ausbildung von Resistenzen.
Ein kurzes Zwischenfazit: Der Mechanismus bzw. die Fähigkeit der reversen Transkription geht ausschliesslich vom Erregertypus aus und hat mit dem Vorhandesein von vermeintlichen "Bausteinen"oder ähnlichem rein gar nichts zu tun!
Zu Sars-CoV-2:
Sars-Cov-2 ist im gegensatz zu Retroviren von Natur aus in der Lage dazu sein Genom ohne Reverse Transskriptase in die Wirtszelle zu einzubringen. Deshalb ist es um so erstaunlicher, dass Sars-Cov-2 als EINZIGES jemals bisher entdecktes Coronavirus auch über diese Eigenschaft verfügt.
Ich zitiere dazu aus der Arbeit von Liguo Zhang (1), Alexsia Richards (1), Andrew Khalil (1, 2, 3), Emile Wogram (1), Haiting Ma (1),Richard A. (2), Young (1,4), Rudolf Jaenisch (1, 4):
1. Whitehead Institute for Biomedical Research, Cambridge, MA, USA.
2. John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences, Harvard University, Cambridge, MA, USA.
3. Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering, Harvard University, Cambridge, MA, USA.
4. Department of Biology, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, MA, USA
SARS-CoV-2 RNA reverse-transcribed and integrated into the human genome
"In dieser Studie haben wir gezeigt, dass SARS-CoV-2-RNAs durch verschiedene Quellen von reverser Transkriptase wie aktivierte menschliche LINE-1 oder koinfizierte Retroviren (HIV) revers transkribiert und in das menschliche Genom integriert werden können. Wir fanden heraus, dass die Expression von LINE-1 bei SARS-CoV-2-Infektion oder Zytokin-Exposition induziert werden kann, was auf einen molekularen Mechanismus hindeutet, der für die SARS-CoV-2-Retro-Integration bei Patienten verantwortlich ist. Darüber hinaus deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die integrierten SARS-CoV-2-Sequenzen transkribiert werden können, wie durch RNA-Seq- und smRNA-FISH-Daten gezeigt wurde, was eine mögliche Erklärung für das Vorhandensein von viralen Sequenzen zu einem späteren Zeitpunkt nach der anfänglichen Virusexposition und in Abwesenheit von nachweisbarem infektiösem Virus darstellt.Bei den retro-inserierten SRAS-CoV-2-Sequenzen handelt es sich höchstwahrscheinlich um subgenomische Fragmente, da die Integrationsstellen meist an der N-Sequenz angereichert sind (Abb. 1d-e), was die Produktion von infektiösem Virus ausschließt. Unsere Daten können auch erklären, dass Patienten nach der Genesung von Krankheitssymptomen wieder positiv für virale Sequenzen werden können, die mittels PCR nachgewiesen werden. Eine wichtige Folgefrage ist, ob diese integrierten SARS-CoV-2-Sequenzen virale Antigene exprimieren können. Wenn dies der Fall ist, ist es von klinischem Interesse, ob virale Antigene, die von integrierten Virusfragmenten exprimiert werden, bei Patienten eine Immunreaktion auslösen könnten, die den Verlauf und die Behandlung der Krankheit beeinflussen könnte. Es ist möglich, dass die klinischen Folgen der integrierten viralen Fragmente von ihren Insertionsstellen im menschlichen Genom und einer pigenetischen Regulierung abhängen, die bei HIV-Patienten nachgewiesen wurde. Darüber hinaus kann die Immunantwort in Abhängigkeit von den individuellen Rahmenbedingungen variieren. Generell deuten unsere Ergebnisse auf einen neuen Aspekt der Infektion hin.
>>> https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.12.12.422516v1.full.pdf
Zusammenfassung:
Es wurde also festgestelltt, dass die Fähigkeit zur Reversen Transskriptase auch in der RNA von Sars-CoV-2 bereits verankert ist, was folglich die Frage aufwirft wie es sich denn auswirkt, wenn man eben jene genetische Informationen von außen in einen gesunden menschlichen Organismus einbringt (über eine "Impfung") und ob ähnliche Veränderungen (wie auch durch Retroviren verursacht) am menschlichen Genom hier ebenfalls auch denkbar wären. Eine sorgfältige Analyse der SARS-CoV-2 spezifischen Retro-Integrationsstellen in Patientenproben und die Korrelation mit dem Schweregrad der Erkrankung können dazu beitragen, mögliche klinische Konsequenzen sowohl für die Behandlung von Sars-CoV-2 und auch bezüglich potenzieller "Impfstoffrisiken" besser abschätzen zu können.
Sollten Sie noch mehr über diese Thematik erfahren wollen empfehle ich Ihnen dazu die Gedanken von Doug Corrigan, Ph.D.. (u.a. Biochemiker-Molekularbiologe)
>>> https://childrenshealthdefense.org/defender/science-mrna-vaccines-alter-dna
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (29.04.2021 06:20).