Pnyx (1) schrieb am 07.01.2023 16:28:
Für Schulenbergs Artikel möchte ich mein Schweigen brechen. Ich stimme ihm zu hundert Prozent in allem zu, namentlich auch diesem Absatz:
Der Krieg in der Ukraine ist eine Schande für Europa und ganz besonders für die EU. Obwohl es sich hier um einen Krieg handelt, der auf dem europäischen Kontinent zwischen zwei europäischen Staaten ausgetragen wird und obwohl sich dieser Konflikt über die letzten 30 Jahre mit ständig zunehmenden Spannungen angedeutet hatte, unternahm die EU nichts, um eine diplomatische Lösung zu finden und so den Krieg zu verhindern. Die EU degradierte sich zum willigen Mitläufer der USA und wurde dadurch zum Mitschuldigen an diesem Krieg.
Dank an die Verantwortlichen, die die Veröffentlichung dieses wichtigen Textes ermöglicht haben. Ich hoffe inständig, dass er Gehör findet, es ist bereits fünf nach zwölf. Die Gefahr, dass aus der regionalen Kriegsinfektion eine globale Sepsis wird, wächst mit jedem Tag.
Im Gedächtnis bleibt die lange Tafel, an der der kleine Zar Macron und Scholz bei ihrer Audienz empfangen hat. Inzwischen verweigert Putin schon seit Wochen, Anrufe von Macron überhaupt entgegenzunehmen. Wie es mit Scholz aussieht, weiß ich nicht - spätestens nach der Minsk-II-Offenbarung und der Ankündigung der Marder-Lieferung zeitgleich mit der Verkündigung der Waffenruhe an Weihnachten dürfte seine Bereitschaft, mit Vertretern der EU zu reden, auf frostige Null sinken.
Wer hat nun eigentlich Recht behalten? Diejenigen, die die NATO-Osterweiterung für notwendig hielten, oder diejenigen, die gewarnt haben, dass sie zu nichts Gutem führt? Beide? Immerhin ist es ja fünfmal gut gegangen.