tzefix schrieb am 07.01.2023 23:10:
Es geht in dieser Auseinandersetzung darum, dass System der westlich orientierten Ukraine ein Gegenentwurf des russischen Systems darstellt. Der Ukraine ist - auch mit westlichem Geld - eine Erhöhung des Lebensstandards gelungen. Das stellt eine Blaupause für andere Länder unter russischem Einfluss dar - und bedeutet eine Gefahr für Russland, wieder weiter zu zerfallen, wie einst die UDSSR zerfallen ist. DAS ist ein Grund für Russland diesen Krieg möglichst lange und mit möglichst großer Zerstörung zu führen.
Genau so ist es. Es ist auch weniger der Lebensstandard, sondern die Hinwendung zum Westen, zur Demokratie und zur EU, die für Russland eine Gefahr darstellt.
Es ist klar, dass dies noch ein längerer Weg gewesen wäre, aber es ist genau diese Blaupause, wie Du es sagst, die für Putin eine viel größere Bedrohung darstellt - und zwar völlig ohne dass eine militärische Komponente beteiligt sein muss.
Deshalb unterstützte Putin Lukaschenko dabei, die Demokratiebewegung in Belarus niederzuschlagen, deshalb marschierte er in Georgien ein.
Er kann es nicht zulassen, dass es russischsprachige Staaten gibt, die sich zu Demokratien entwickeln, denn dann ist sein eigenes System in Gefahr. In einer viel realistischeren Gefahr, als es durch eine herbeigeredete Bedrohung durch die NATO ist.
Die USA kann daran wenig ändern, denn militärische Neutralität oder ein Status als „Pufferstaat“ hilft da nicht. Denn es geht garnicht um Militärisches.