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176 Beiträge seit 30.10.2022

Re: Ist diese Frage als Trollerei zu verstehen?

Karl Rubius schrieb am 07.01.2023 13:21:

Die Annahme, dass es sich um einen Stellvertreterkrieg der USA mit Russland handelt ist ja wohl durchaus bekannt und auch weiter verbreitet.

Ja, diese Verschwörungstheorie war noch in der ersten Jahreshälfte des letzten Jahres in Russland weit verbreitet, in fast allen anderen Teil dieser Welt war diese Meinung hingegen nie mehrheitsfähig und nur in bestimmten Splitterzellen landläufig.

Zu beachten ist jedoch auch, dass die Stimmung in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres mit den Landgewinnverlusten und der Mobilmachung in Russland diese Verschwörungstheorie wieder rückläufig ist, weil die Russen mehrheitlich sich nicht mit Verlierern identifizieren möchten.

Der gemeine Russe ist auch als apolitisch bezeichnend, möchte sich an dem Krieg in der Ukraine nicht persönlich beteiligen, so dass es bislang auch überwiegend zu Zwangsrekrutierungen von Minderheiten in Russland kam, vornehmlich aus der autonomen Rupblik Tschetschenien und aus dem anarchisch organisierten Oblast Samara, sowie aus Regionen, in der ähnliche Verhältnisse herschen.

Aus diesem Grund sind die Zwangsrekrutierungen neben dem in Russland ernomen bürokratisch mechanischen Aufwand auf Halbzetteln äußerst ineffektiv verlaufen, welche neben fehlendem oder unbrauchbaren Kriegsgerät eine Zusammenstellung demoralisierter Gruppen und auch Sabotage innerhalb eigener Battalione wahrscheinlich macht.

Die Führung im Kreml möchte dem jetzt entgegenwirken, indem bis 15. Januar eine weitere Rekrutierungswelle in den Metropolen Moskau, St. Petersburg, sowie Ekatarienburg vollzogen wird. Es ist allerdings als zweifelhaft und fragwürdig zu betrachten, dass diese Maßnahme die Qualität an brauchbaren Rekruten spürbar erhöht, zumal es sich bei der urbanen Bevölkerung in diesen Regionen in der Regel um eher träge, gering sportlich avisierte Sofa Krieger handelt. Während Russland eine theoretisch große Anzahl an Zwangsrekrutierungen in der Russischen Bevölkerung platzieren kann, so löst diese nicht die Asynchronität an Kriegsgerät, sondern verstärkt diese noch.

Es ist daher auch als eher unwahrscheinlich zu erachten, dass Russland in der Ukraine in einer vorhersehbaren Zukunft neue größere Landgewinne erzielen kann und mittel- bis langfristig auch bei steigenden Defiziten im operativ militärischen Wirkbetrieb sogar darum fürchten muss, noch gehalten Landgewinne an die gegnerische Kriegspartei wieder abzugeben, bis hin zu einem Totalverlust und Kapitulation, wenn die russischen Streitkräfte weiterhin wertvolles Kriegsgut gegen militärisch nicht relevante Objekte und Subjekte einsetzen (Wohnblöcke, Zivilinfrastruktur und -bevölkerungsteile).

In so einem Fall, würde dies im optimistischen Szenario zu einer Evakuierung des russischen Staatsoberhaupt führen, in der die Flucht in die Zentralafrikanische Republik eine Option ist und wo bereits alles für ihn vorbereitet ist, um den Weg für eine Neuordnung Russlands zu ebnen. Es sei dabei anzumerken, dass es im Interesse der Weltgemeinschaft ist, dass nach einem Scheitern Russlands kein Machtvakuum entsteht und der Übergang organisiert geregelt verläuft, damit mögliche Unruhen, bis hin zu bürgerkriegsänhlichen Zustanden, in der Russischen Föderation verhindert werden, weil sonst auch mit weitreichenden geo- und militärpolitischen Instabilitäten zu rechnen ist, welche weit über russlandinnere Konfliktherde hinausgehen können.

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  1. - pg_dump -47 Und mit wem sollen die USA verhandeln?
    1. Karl Rubius 50 Ist diese Frage als Trollerei zu verstehen?
      1. pg_dump -50 Die korrekte Frage ist:
      2. KdG (3c621a27)   Re: Ist diese Frage als Trollerei zu verstehen?
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