Ich möchte einmal folgende fundamentale Fragestellung aufwerfen:
In der Zeit "vor Covid" wurde hingenommnen, dass Menschen eines furchtbaren und grausamen Todes sterben können. Dabei wurden zwei Dinge akzeptiert: 1. dass man sterben darf und 2. das dieses sterben manchmal grausam ist. Alle wußten das, alle haben sich irgendwie damit arrangiert (verdrängt bis offensiv angegangen).
Das zum sterben. Der andere wichtige Punkt ist, dass es eine gemeinsame Übereinkunft gab, dass es eine Möglichkeit gibt, den Sterbeprozeß (und vor allem: den grausamen) insofern etwas zu lindern, als es das Trost spenden gab. Es war normal, dass Angehörige - oder auch Fremde - dem Sterbenden beistanden und ihn trösteten. Dazu haben sie seine Hand gehalten, ihm über die Stirn gestreichelt o.Ä. Natürlich hat es auch in dieser Zeit schon immer Menschen gegeben, die eines einsamen und grausamen Todes gestorben sind. Das wußte man auch.
Meine fundamentale Frage llautet nun, warum das alles bei Covid so vollkommen anders ist? Erstens sieht es doch so aus, dass das Sterben an Covid eigentlich nicht sein darf (Null-Covid-Politik) und in noch größerem Maße darf man an Covid nicht unter grausamen Bedingungen sterben. Auf keinen Fall. Schwere Verläufe sollen gestoppt werden. Wahrscheinlich werden sich einige Leser dieser Zeilen nun schon sehr unwohl, wenn nicht empört fühlen: Aber das ist doch auch so! Das ist doch furchtbar! Und ich sage: Ja, genau, im Grunde nicht anders als sonst auch - VOR Covid. Zum Zweiten - und das ist das für mich noch bemerkenswerter: es darf dem Sterbenden - und gerade dem grausam Sterbenden!!! - kein Trost zuteil werden. Ein Zugang der Angehörigen wird eingeschränkt. Man darf den Sterbenden nicht berühren. Als Begründung wird angeführt, man könne ja die Infektion dadurch weiterverbreiten. Merken Sie etwas? Wir landen wie in einem Teufelskreis wieder bei dem Verbot zu sterben. Die Angehörigen, die doch Trost spenden wollten, dürfen auch nicht sterben. An dieser Stelle möchte ich einmal den Gedanken aussprechen, dass viele Eltern durchaus bereit wären, für ihr Kind ihr Leben zu opfern. Das dürfen die dann also auch nicht mehr.
Was ist hier los? Ich gebe zu, ich weiß es nicht genau. Ich komme damit einfach nicht klar, zumal das ein weltweites Phänomen ist. Ich will auch an dieser Stelle gar nicht versuchen, es zu erklären, obwohl ich einige Ideen dazu hätte. Aber das gehört dann eher in einen neuen Beitrag an anderer Stelle.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (26.11.2021 20:18).