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  • jsjs

mehr als 1000 Beiträge seit 25.12.2019

Virus trifft auf Kapitalismus

Es ist sicher eine gute Idee, sich mal dem Gesundheitssystem zu beschäftigen, und dort auch gerne mit der Frage, was Pflegenotstand eigentlich genau bedeutet. Also warum es ihn systematisch und überall gibt.
Dazu empfehle ich dieses Buch: https://www.amazon.de/Gesundheit-ein-Gut-sein-Preis/dp/3929211173

Die sehr verkürzte Form hier:

Damit Ausbeutung dauerhaft stattfinden kann, muss die Waren Arbeitskraft auch verfügbar sein. Tag für Tag und Generationenübergreifend. Nun altert der menschliche Organismus Insbesondere natürlich, wenn er überansprucht und vor allem einseitig belastet wird, treten haufenweise Schädigungen ein, die ein Arbeitsleben tendenziell verunmöglichen.

Diese Schädigungen werden medizinisch betreut, der Mensch wieder in die Lage versetzt, seine Arbeitskraft zu verkaufen. Ausgestaltet ist das als Geschäftssphäre.

Und jetzt wird es interessant.

Der Staat hatte gemeint, dass mit der Privatisierung von Teilen des Gesundheitswesen mehr Effizienz Einzug hält. Gemäß der VWL Ideologie, dass der Markt mit seiner unsichtbaren Hand alles aufs Beste regele. Das stimmt zwar ohnehin nicht, führt aber dort, wo es um Versorgung geht in ein echte Katastrophe.

Beispiel Masken und Desinfektionsmittel. Billig produziert in China und sonstwo, knapp bevorratet (weil Geld ja arbeiten und nicht in Waren gebunden sein soll), fehlen sie natürlich genau dann, wenn sie dringend gebraucht werden. Welch Überraschung! Pandemie bedeutet weltweite Nachfrage auf der einen Seite und zusammenbrechende Lieferketten auf der anderen Seite. Wer hätte das gedacht?

Aber der Markt regelt auch das. Die enorme Nachfrage sorgt für steigende Preise. Und für lukrative Geschäfte mit dem ehemaligen Centartikel. Das zeiht natürlich allerhand Geier an, die sich als Zwischenhändler und Vermittler eine goldene Nase verdienen. Der Markt funktioniert!

Bei Krankenhäusern und Intensivbetten sieht die Sache im Prinzip nicht anders aus. In normalen Zeiten sind unbelegte Betten nur Kost. Wirtschaftlich ist eine hohe Auslastung und Personal, das am Anschlag arbeitet. Reserven gibt es zwar, aber auch die sind natürlich wirtschaftlich zu betreiben. Manch Betreiber rechnet die zwar ab und der Staat in seine Kalkulation ein, werden sie gebraucht, stellt man dann aber schnell fest, dass sie gar nicht in Betrieb zu nehmen sind, weil es an Personal fehlt. So kommt es zu dem "Abbau" der Betten.

Aber natürlich hats auch vor der Pandemie zuwenig Kapazitäten gegeben. Wer Arzttermine bei Fachärzten machen wollte und nicht privatversichert ist, der weiß, was ich meine.

Das hier näher auszuführen führt etwas weit. Ich empfehle daher das oben genannte Buch zu lesen.

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