Auf der Webseite des MDR fanden wir das Interview. Bei Minute 1:27 äußert Marx das Zitat, das in voller Länge lautet: "Wir haben zwar in Anführungszeichen nur 1.600 Covid-19-Patienten aber im Vergleich zu Anfang des Jahres haben wir 4.000 Intensivbetten weniger zur Verfügung, weil entsprechend der Belastung viele Pflegekräfte entweder ihren Beruf beendet haben oder ihre Arbeitszeit reduziert haben."
Schockierend ist eigentlich, welche "alternative Uneinsicht" des Autors danach folgt.
Dabei steht es dort relativ deutlich, wenn auch nicht explizit artikuliert. Das "Gesundheitssystem" hat bereits Schaden genommen. Denn dieses System sind am Ende Menschen. Da wird keine Maschine "überlastet", die sich dann nach Auslösung des Überlastschalters neu starten lässt. Es bedeutet auch nicht einfach nur, dass wegen unpassender, zahlenmäßiger Verhältnisse Patienten irgendwas nicht mehr 1:1 zugewiesen werden kann. Das sind Menschen mit Burn-Out. Die kommen nicht einfach zurück und lassen sich auch nicht einfach so ersetzen, ganz zu schweigen von denen, die in den verschiedenen Wellen ebenfalls an Corona erkranken und erkrankt sind, langfristig ausfallen oder gar versterben.
Wir befinden uns auf einem Drahtseil. Der Weg ist "alternativlos", wie man heute so schön sagt und niemand traut sich, nach unten zu sehen.