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  • Bartträger

mehr als 1000 Beiträge seit 27.07.2005

Jeder 15 vs. jeder 900 ist Faktor 60

Wenn man die detektierten 4 deutschen Fälle mit 60 multipliziert, sind es bereits 240 Fälle und nur noch Faktor 10 von "etlichen Tausend in England" entfernt.

Bei den Berichten aus England hatte ich stets das Gefühl, dass eigentlich das englische Gesundheitssystem der Skandal ist. Wer googelt, findet ähnliche Skandalmeldungen im Kontext mit vergangenen Grippe-Wellen. Der Punkt geht bei den Corona-Berichten aber regelmäßig unter.

Es ist überdeutlich, dass unsere Medien die offenbar(?) ansteckendere Mutation viel spannender finden, als das chronisch unterfinanzierte englische Gesundheitssystem.

Wir erinnern uns, dass die ersten englische Mutanten-Meldungen auftauchte, als die ersten großen LKW-Staus in Richtung Frankreich erschienen. Bei englischen Regierungen kann man häufig beobachten, dass Brexit-Nachrichten durch Skandal-Meldungen verdrängt werden, die teils sehr seltsam belegt sind (Bsp: Skripal).

Hier ein NHS-Artikel aus 2018: https://www.nzz.ch/international/staatskrise-wegen-wintergrippe-ld.1350586

Zitat:
Laut NHS-Statistikern, die für alles eine Zahl haben, werden pro Grad Celsius, den das Thermometer unter fünf Grad fällt, ein Prozent mehr Spitalbetten benötigt. Jeweils um die Weihnachtszeit werden die Spitäler von der Not eingeholt, diesmal kam die australische Grippe dazu, die schon über achtzig Menschenleben forderte. Nationale Gesundheitssysteme kämpfen überall mit dem Druck alternder Gesellschaften und immer teurerer Therapien. Aber in Britannien lauern die Strukturprobleme knapp unter der Oberfläche, weil sich der NHS an Kapazitätsgrenzen bewegt oder sie überschreitet.
Auf Notfallstationen in England herrschten im Januar vielerorts chaotische Zustände. «Die Lage verschlimmert sich von Jahr zu Jahr», sagt Adrian Boyle vom Londoner Royal College of Emergency Medicine (RCEM). Laut dem Notfallarzt sollten die Notfallstationen landesweit durchschnittlich 95 Prozent aller Patienten innert vier Stunden in eine Bettenstation einweisen oder nach Hause schicken können. Die Vorgabe wurde 2015 zum letzten Mal erfüllt, seither verschlechterte sich der Wert kontinuierlich, von 89 Prozent letztes Jahr auf gegenwärtig 77 Prozent. Die Zahlen sind schlimm, wirklich haarsträubend muten Schilderungen von Notfallstationen an. Das BBC-Fernsehen zeigte am Montag überfüllte Gänge und Notunterkünfte mit Notfallpatienten, die stundenlang warten mussten, auch solche, deren Lage verzweifelt erschien.

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