Verstehe den Zusammenhang nicht. Das sind völlig interschiedliche Thesen.
Brzeziński sprach davon, Russland aufteilen zu wollen. Das finden offensichtlich die gleichen Leute ganz schlimm, die es im Falle der Ukraine ganz normal finden, dass sich große Teile des Landes unter tätiger Mithilfe seines russischen Nachbarn abspalten.
Friedmann sagt, dass das wichtigste Ziel der Außenpolitik der USA seit dem 1. Weltkrieg war, dass sich Russland und Deutschland nicht verbünden. Mit Brzeziński's Thesen hat das absolut nicht zu tun, außer dass beides gerne als Munition für Antiamerikanismus genutzt wird.
Einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden: Sie haben absolut nichts mit der Politik der Regierung der USA zu tun, beides beschreibt keine offizielle oder inoffizielle Doktrin der US-Außenpolitik.
Ich bin solch eindimensionalen Erklärungen gegenüber grundsätzlich skeptisch. Im ersten Moment erscheint so ein Satz, der ein Jahrhundert Europapolitik auf einen Satz herunterbricht, wie das plötzliche Licht der Erkenntis, in Wahrheit bedient es nur die menschliche Sehnsucht nach einfachen Erklärungen komplexer Zusammenhänge. Alles, was nicht dazu passt, wird weggelassen. Es ist jetzt auch nicht so eine sensationelle Erkenntnis, dass es eine Niederlage für die Bündnispolitik der USA wäre, wenn ihr wichtigster Partner in Europa (neben dem UK) quasi zum Feind überläuft. Dass man alles tut, um so etwas zu verhindern finde ich weder überraschend noch moralisch verwerflich, das ist einfach Politik. Es gibt eine historisch begründbare Angst davor, dass Deutschland Sondervereinbarungen mit Russland schließt, Das war in der Vergangenheit meist nicht gut für die Stabilität in Europa. Beispiele waren der Vertrag von Rapallo und der Hitler-Stalin Pakt.