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Die Lösung wäre ja, einfach weniger Müll zu produzieren.

Ich nenne mal die Nummer "Unsexy-Verpackungen-Gesetz".

Wieviel Müll allein durch unsinnige, dafür aber "sexy" Verpackungen entsteht, möchte ich gar nicht wissen. Unsinnig ist beispielsweise die Verpackerei von erntefrischem Gemüse. Wozu muss die Gurke eingeschweißt werden? Auch die Mini-Karotten in der Plastiktüte müssten so nicht sein: eine Banderole täte es auch. Es gibt auch eine ganze Reihe Dinge, die werden nicht nur mehrfach verpackt, sondern auch noch in Form von aufwendig bedruckten Verbundstoffen in den Verkauf gebracht.

Meine Meinung hier?
- Verbundstoffe sind grundsätzlich kaum recycelbar -> aus dem Verkehr ziehen
- Möglichst Verpackungen mit nur einem Stoff einsetzen (z.B. PE oder PP oder Papier).
- Auf Aluminiumdeckel verzichten und metallisierte Folien aus dem Verkehr ziehen
- Mehrfachverpackungen vermeiden
- Auf Farbdruck verzichten, Einfarbdruck bevorzugen
- Der Einzelhandel muss die Verpackungsabfälle zurücknehmen und entsorgen
- Verpackungsgrößen wieder normieren
- Gewicht Verpackung zu Inhalt regulieren

Im Grunde ist es ganz einfach: sowohl die Verpackung als auch die Entsorgung der Verpackung landet fein beim Verbraucher auf der Rechnung. "Kostenlos" ist die Entsorgung nämlich nicht und die Herstellung von Verpackungen ist sehr teuer. Deshalb sind kleinere Verpackungseinheiten, z.B. 100g Lyoner gegen 200g Lyoner nicht automatisch auch nur halb so teuer. Oft ist das "Ersparnis" sogar negativ: auf den Kilopreis gerechnet, kosten 100g Lyoner dann eben 5,40 Euro, bei 200g aber nur 4,- Euro. Die Differenz steckt in der Verpackung.

Der Rest der Forderungspunkte basieren auf der Erfahrung als "Zwangsmülltrennender" bis 2019. Bis dahin gab's in meiner Kommune keinen gelben Sack und keine gelbe Tonne sondern nur den Wertstoffhof. Dort wurden direkt 8 verschiedene Trennposten aufgestellt für die Dinge, die sonst gemeinsam in der gelben Tonne landen. Jogurtbecher mussten um ihren Aludeckel befreit werden, Verbundstoffe durften nicht bei sonstigen Folien landen. Harte Verpackungen (PP, PE) hatten einen eigenen Abfallbehälter, Folien (PP, PE) auch. Mit Hygiene- und Reinigungsmitteln gefüllte Verpackungen hatten wieder einen anderen Entsorgungsbehälter usw usf. Immer dran denken: Verpackungen bezahlt man als Endkunde, sowohl beim Inverkehrbringen wie bei der Entsorgung. Wer seinen Müll wegs Wertstoffhof trennen muss, macht die Arbeit für die, die man eigentlich bezahlt hat. Ein Unding.

Deshalb mein Vorschlag wie oben: nicht nur weniger Müll generell durch Verpackungen, sondern auch die zugelassenen Stoffe reduzieren. Verbundstoffe und unnötige Kombinationen, wie etwa Pappkartons mit Foliensichtfenster, gehören einfach generell verboten. Wenn man durchsehen können soll, muss es eben in einem sichtklaren Folienbeutel geliefert werden. Auch die Tetrapacks gehören auf den Prüfstand: die sind Verbundstoffe, die fast nur noch thermisch verwertet werden können. Da ist die Glasflasche vielfach die ökologischere Option, da diese mehrfach in Umlauf gebracht werden kann nach einer intensiven Reinigung.

Und sonst?

Ach, da war was. Auf solchen Spaß wie bei Corona einfach verzichten. Billionen Einwegmasken sind mal eben im Ozean gelandet. Was das für Müllberge gibt, will man gar nicht wissen. Recyceln kann man die nicht. Hätte man es richtig drauf angelegt, hätte man sogar jede einzelne Einwegmaske als kontaminierten Stoff entsorgen müssen, ähnlich wie das bei den Testkasetten der Fall ist. Die übrigens sind ebenfalls eine absolute Umweltsünde: Kunststoff in rauen Mengen, dazu in einer Verbundstofftüte verpackt mit Trocknungsmittel. Das ist so viel Müll, der da entsteht, den man auch nicht recyceln kann weil "kontaminiert", mich wundert das Ausbleiben von Kritik. Naja, es gab Kritik, nur von den "Falschen": die, die man als "Corona-Leugner" und "Impfgegner" geframed hat.

Deutschland hat übrigens nicht nur ein Kunststoffproblem, sondern auch ein Holz- und Papierbedarfsproblem. Wir sind da einsame Spitze im Papierbedarf. Teilweise ist das zurückzuführen auf die vielen Papierverpackungen, die in Umlauf gebracht werden. Teilweise ist der erhöhte Papierverbrauch auf das Ende von Strohhalmen und Einweggeschirr aus Kunststoff zurückzuführen. Denn die wurden vielfach durch Papier- und Pappprodukte ersetzt.
Die absolut GRÖSSTE Umweltschweinerei ist aber bis heute nicht mal im Ansatz politisch angegriffen worden: Werbepostwurfsendungen und das Branchen- bzw. Telefonbuch. In Zeiten von Internet und Smartphone braucht es aber weder das eine noch das andere, man könnte hier auf viele, viele tausende Tonnen Müll im Jahr verzichten, wenn es weniger oder gar keine Werbeprospekte mehr gäbe, Kataloge nur noch digital angeboten würden und eben auf Telefonbücher & co verzichtet würde.

Übrigens wäre das auch ein super Beitrag für unsere Energiesparanstrengungen gewesen: wenn man der Werbe(müll)industrie den Stecker gezogen hätte.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (29.12.2022 17:36).

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  • Avatar von Zitronenbäume
    • Zitronenbäume

    311 Beiträge seit 09.03.2022

    Antwort auf Die Lösung wäre ja, einfach weniger Müll zu produzieren. von .

    Ja zu allem, ausserdem Plastiktüten Verbot, Wattestäbchen nur aus Papier etc, bis auf die Masken. Medizinisch machen Masken Sinn. Man hätte aber von Anfang an auf Stoffmasken setzen können, oder Einweg Masken auf OP Standard aus Zellstoff. Theoretisch wäre das möglich gewesen.
    Die FFP2 Masken sind umwelttechnisch unlustig, allerdings landet sowieso zu viel Abfall im Mülleimer, auf den Einzelnen heruntergebrochen macht das keinen Unterschied. Solange es verbrannt wird und die Abwärme zum Heizen benutzt wird spricht nicht viel dagegen.

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    Antwort auf Re: Die Lösung wäre ja, einfach weniger Müll zu produzieren. von Zitronenbäume.

    Zitronenbäume schrieb am 29.12.2022 17:32:

    Ja zu allem, ausserdem Plastiktüten Verbot, Wattestäbchen nur aus Papier etc, bis auf die Masken. Medizinisch machen Masken Sinn. Man hätte aber von Anfang an auf Stoffmasken setzen können, oder Einweg Masken auf OP Standard aus Zellstoff. Theoretisch wäre das möglich gewesen.
    Die FFP2 Masken sind umwelttechnisch unlustig, allerdings landet sowieso zu viel Abfall im Mülleimer, auf den Einzelnen heruntergebrochen macht das keinen Unterschied. Solange es verbrannt wird und die Abwärme zum Heizen benutzt wird spricht nicht viel dagegen.

    Hab meinen Beitrag nochmal erweitert um das Papierproblem. Wir haben ja viele Einwegartikel (Kunststoff) durch Einwegartikel (Papier, Pappe, Holz) ersetzt. Rein umwelttechnisch hat man den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben, denn effektiv hab man nicht viel gewonnen. Die Einwegartikel lassen sich nur thermisch verwerten. Mehr Wälder abholzen um Plastik zu sparen erscheint mir ökologisch wenig sinnvoll.
    Und wenn ich bedenke, dass wir auf Einweggeschirr und Strohhälme verzichtet haben, nur um ein Jahr drauf dann eine Lawine an Corona-Testkits zu produzieren, komme ich nicht mehr raus aus dem Kopfschütteln.

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    nichts liefern lassen sondern das zeug selber abholen

    Antwort auf Die Lösung wäre ja, einfach weniger Müll zu produzieren. von .

    aber dafür muss man natürlich in die puschen kommen
    wer will das schon

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    • sutrebe

    352 Beiträge seit 02.08.2022

    Was die genannten "Masken" angeht,

    Antwort auf Die Lösung wäre ja, einfach weniger Müll zu produzieren. von .

    so haben meine Frau und ich als bekennend Unbehandelte (70+) wohl alles richtig gemacht, die Vermummung weitestgehend ausgelassen. Die zwei FFP2-Masken (Geschenk der fürsorglichen Tochter) haben seit Ende 2020 und für Arztbesuche, Einkaufen, Bank etc. griffbereit im Auto gelegen; liegen sie dort immer noch :-)

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (29.12.2022 17:48).

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    Antwort auf nichts liefern lassen sondern das zeug selber abholen von .

    bisher 1 Beiträge veröffentlicht schrieb am 29.12.2022 17:41:

    aber dafür muss man natürlich in die puschen kommen
    wer will das schon

    Also bis jetzt muss ich leider noch selber einkaufen gehen und das als "Supermarkt" glorifizierte unsortierte Lager selber ablatschen. Keine Inventarliste, alles muss man selber suchen und das wird als "Einkaufserlebnis" vermarktet.

    Effizienter? Die Mitarbeiter, die das Lager saumäßig eingeräumt haben, nehmen meine Bestellung entgegen und suchen selber.

    Nimms mir net übel, aber die fiese Spitze gegen diese Situation muss sein. Ich finde Einkaufengehen schrecklich. 90% der Produkte brauche ich nicht, was den Suchaufwand nach den 10% Produkten, die ich wirklich brauche, deutlich verlängert.

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    Antwort auf Die Lösung wäre ja, einfach weniger Müll zu produzieren. von .

    Captain Data schrieb am 29.12.2022 17:24:

    Ich nenne mal die Nummer "Unsexy-Verpackungen-Gesetz".

    Viele Verpackungen für Lebensmittel waren mal gewachstes Papier.
    ( Milchtüten, .. ) und hatten keinen Plastik Schraubverschluß!

    apropos:Welcher Vollpfosten hat sich die neuen Unverlierbar Deckel an den
    Milch Tetrapacks ausgedacht. Ein Handhabungsgau.

    MACC

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    Antwort auf Was die genannten "Masken" angeht, von sutrebe.

    sutrebe schrieb am 29.12.2022 17:44:

    so haben meine Frau und ich als bekennend Unbehandelte (70+) wohl alles richtig gemacht, die Vermummung weitestgehend ausgelassen. Die zwei FFP2-Masken (Geschenk der fürsorglichen Tochter) haben seit Ende 2020 und für Arztbesuche, Einkaufen, Bank etc. griffbereit im Auto gelegen; liegen sie dort immer noch :-)

    Wegen KKH und aschließend REHA mußte ich 4 Wochen mit FFP2 rumlaufen.
    Die Dinger werden nach der Halbzeit ekelhaft, fangen an zu flusen.

    MACC

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    Antwort auf Re: Die Lösung wäre ja, einfach weniger Müll zu produzieren. von .

    Captain Data schrieb am 29.12.2022 17:38:

    Zitronenbäume schrieb am 29.12.2022 17:32:

    Ja zu allem, ausserdem Plastiktüten Verbot, Wattestäbchen nur aus Papier etc, bis auf die Masken. Medizinisch machen Masken Sinn. Man hätte aber von Anfang an auf Stoffmasken setzen können, oder Einweg Masken auf OP Standard aus Zellstoff. Theoretisch wäre das möglich gewesen.
    Die FFP2 Masken sind umwelttechnisch unlustig, allerdings landet sowieso zu viel Abfall im Mülleimer, auf den Einzelnen heruntergebrochen macht das keinen Unterschied. Solange es verbrannt wird und die Abwärme zum Heizen benutzt wird spricht nicht viel dagegen.

    Hab meinen Beitrag nochmal erweitert um das Papierproblem. Wir haben ja viele Einwegartikel (Kunststoff) durch Einwegartikel (Papier, Pappe, Holz) ersetzt. Rein umwelttechnisch hat man den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben, denn effektiv hab man nicht viel gewonnen. Die Einwegartikel lassen sich nur thermisch verwerten. Mehr Wälder abholzen um Plastik zu sparen erscheint mir ökologisch wenig sinnvoll.
    Und wenn ich bedenke, dass wir auf Einweggeschirr und Strohhälme verzichtet haben, nur um ein Jahr drauf dann eine Lawine an Corona-Testkits zu produzieren, komme ich nicht mehr raus aus dem Kopfschütteln.

    Papier, Pappe hat doch eine relativ hohe recycling quote. IMU?

    MACC

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    Antwort auf nichts liefern lassen sondern das zeug selber abholen von .

    bisher 1 Beiträge veröffentlicht schrieb am 29.12.2022 17:41:

    aber dafür muss man natürlich in die puschen kommen
    wer will das schon

    Wie sieht das energetisch aus?

    Du rennst / fährst .. zum Kiosk und nimmst Packung kippen mit.
    der Postbote bringt dir die Kippen zusammen mit den Rechnungen und Mahnungen.

    MACC

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