Neubian schrieb am 10.10.2022 09:19:
In Syrien ist die russische Armee gegen den IS mit wesentlich mehr Wumms vorgegangen. Die könnten also schon ganz anders, aber man versucht wohl auch weiterhin die ukrainische Zivilbevölkerung zu schonen. Bisher hat sich diese Taktik nicht ausgezahlt.
Würde ich nicht so sehen. Die Russen scheinen bisher wie in Syrien in einer konstruktiven und versöhnlichen Art auch an die Zeit danach zu denken.
Unsere denken zwar auch an die Zeit danach, aber eher so wie der deutsche Regierungs-Think-Tank SWP, der zu Syrien. kaum dass dort die Schießereien begonnen hatten, das Manifest "The Day After" heraus gab. Gemeint war, dass Assad auf jeden Fall geschlagen sein musste und keine Rolle mehr spielen durfte, und was in der Zeit nach Assad dann sein sollte.
Die USA schießt immer alles zu Klump, was irgendwie ein Ziel abgibt. Elektrizität, Wasser, Infrastruktur aller Art. Die Länder versinken dann in Chaos und selbst mit jahrzehntelanger Besatzung können dort keine aus sich selbst funktionsfähige Gesellschaften aufgebaut werden.
In Syrien hat die Regierung schon vor Herbst 2015, als die Russen eingriffen, Amnestieprogramme für inhaftierte "Aktivisten", wie sie bei uns hießen, durchgeführt. Mit den Russen wurde das genau so weiterbetrieben. Auch aus Ostaleppo durften die Kämpfer und ihre Familien abziehen und sitzen jetzt in Idlib, wo sie von der Türkei und internationalen Hilfsdiensten durchegfüttert werden, so lange sie von den Amnestieprogrammen keinen Gebrauch machen wollen.