Stephan Geue schrieb am 29.12.2021 21:43:
Und wie war das mit der Pest? Gut, das war ein Bakterium (Yersinia pestis), kein Virus. Damals hatte man gar keinen andere Möglichkeit, als der Natur ihren Lauf zu lassen.
Das habe ich anders gelernt. Einer der Gründe für antisemitische Pogrome im Mittelalter war die Wahrnehmung, dass Juden in geringerem Umfang von der Pest betroffen waren. Man verdächtigte sie daher, mit der Pest gegen Christen zu Felde zu ziehen. Was natürlich Unfug war. Was sie tatsächlich taten, war, sich an die religiös überlieferten Reinheitsgebote zu halten, die sie ein wesentlich hygienischeres Leben führen ließen als die nichtjüdischen Menschen um sie herum. Die hygienischen Verhältnisse im Mittelalter waren ja teilweise unglaublich. Da war es für den Pestbazillus nun wirklich nicht schwierig, ein Drittel der Bevölkerung dahinzuraffen.
Dies sollte niemanden erstaunen, der der Auffassung ist, dass Lockdowns und das Tragen von Masken etwas bringen. Das sind schließlich Methoden, die so oder so ähnlich schon vor 500 Jahren hätten praktiziert werden können - wenn man denn nur gewusst hätte, worauf es ohne die Verfügbarkeit moderner Pharmaprodukte ankommt.
Man hat es versucht, die Pestärzte haben ihre Masken verwendet, die allerdings bei damaliger Technik keine Schutzwirkung hatten und viele Leute haben ihre Kontakte massiv eingeschränkt. Doch es gab auch einen Teil der Population, der Orgien feierte, um vom Leben noch mitzunehmen, was mitzunehmen war.