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  • sleepdoc

mehr als 1000 Beiträge seit 09.01.2013

Die Arbeitsmigration zieht genau die Leute ab…

… die dieses Land am dringendsten selber benötigt. Junge und halbwegs qualifizierte. Zurück bleiben die Alten, die von den Frauen neben den Kindern auch noch versorgt werden müssen.

Schon die Briten entzogen dem Land ihre Jugend, die Gurkha-Soldaten ließen auf allen Schlachtfeldern der Welt ihr Leben. Und nun reisen deutsche Headhunter (wie z.B. Jens Spahn himself) durch Drittwelt- und Schwellenländer, um Pflegekräfte zu rekrutieren, die dort ausbildet wurden und dringend gebraucht werden. Es grenzt an westliche Arroganz, wenn man glaubt, eine Krankenschwester in Nepal sei nur so gut wie das System, in dem sie arbeitet. Wer mit den Unzulänglichkeiten in einem nepalischen Krankenhaus oder einer entlegenen Sanitätsdtation umgehen kann und das dort übliche Improvisationsgeschick hat, wäre hier in kurzer Zeit eingearbeitet. Und arbeitet trotzdem für jeden Lohn und rund um die Uhr. Aber es bleibt eine (wohl-gemeinte) Ausplünderung des dortigen Arbeitsmarktes. Letztendlich eine andere Form des Kolonialismus.

Die einzigen Staaten, die in die nepalische Infrastruktur investieren, sind China und Indien - damit ihre Panzer zu gegebener Zeit schneller durchs Land rollen können.

Hier wäre der Westen gefragt, gezielt in die nepalische Infrastruktur zu investieren, um der Bevölkerung auf die Sprünge zu helfen. Aber dazu müssten die Leistungsfähigen im Land bleiben, anstatt den Fachkräftemangel im Ausland zu beheben.

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  1. - sleepdoc 60 Die Arbeitsmigration zieht genau die Leute ab…
    1. Tsu Tang 20 Re: Die Arbeitsmigration zieht genau die Leute ab…
      1. sleepdoc 70 Re: Die Arbeitsmigration zieht genau die Leute ab…
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