Ansicht umschalten
Avatar von Opus Diaboli
  • Opus Diaboli

mehr als 1000 Beiträge seit 18.01.2010

Re: Gleichschaltung

So ist es. Alle schreiben nur noch von den großen Agenturen ab. ist ja auch kein Wunder, denn die Redakteure aus den Nachrichtenredaktionen sind ja größtenteils auf die Straße gesetzt und / oder durch freie Mitarbeiter ersetzt worden. Eigene Recherche ist teuer und kaum eine Redaktion leistet sich das heutzutage noch. Man erinnere sich an den Spiegel (das ehemalige Nachrichtenmagazin) der früheren Tage, als wirklich noch investigativ recherchiert wurde und teils skandalöse Vorgänge in der Politik aufgedeckt wurden und auch sonst qualitativ hochwertige Reportagen zu finden waren. Heute ist der Spiegel ein Werbeblättchen mit den selben Inhalten, wie man sie auch überall sonst findet. Statt kostspieliger Recherche werden dünne Storys emotionalisiert und dramatisiert, Geschichten spielen eine größere Rolle als Fakten. Kein Wunder, dass Relotius ein gern gesehener Schreiberling beim Spiegel war. Die Verschiebung von Fakten zu Geschichten, von Eigenrecherche zu eingekauften und deshalb überall identischen Inhalten betrifft aber auch andere Blätter, denn die Redaktionen werden überall ausgedünnt. Auch die Tagesschau ist betroffen. Das jedenfalls habe ich mal in einer Analyse gelesen. Wer will, kann sich mal den Spaß machen, die nüchterne, trocken-sachliche Sprache der Tagesschau von vor 20 Jahren mit den heutigen Ausgaben vergleichen, auch mit Blick auf das sog. "Wording" und "Framing".

Bewerten
- +
Ansicht umschalten