Es ist immer wieder schön die verschiedensten Interpretationen von Geschichte zu lesen.
Janukowitsch war dem Westen sehr zugetan und hat das Assoziierungsabkommen vorangetrieben. Die EU wollte das auch, und zwar möglichst schnell.
Da die Ukraine zu dem Zeitpunkt pleite war, und vom IWF nur Geld bekommen hätte, wenn er die Stahlindustrie und den Bankensektor privatisiert hätte, wollte Janukowitsch einen 40-Milliarden-Kredit von der EU vor der Unterschreibung. Weil nach der Unterschrift hätte die Ukraine den Haupthandelspartner Russland verloren. Die Russen, das war der EU klar, mussten in diesem Fall die Grenzen schließen, weil es sonst ein zollfreies Einfallstor für EU-Waren gewesen wäre. (als Beispiel siehe aktuell Nordirland-Akte).
Putin hat ihm dann einen Kredit von 13 Milliarden Euro angeboten um die Pleite abzuwenden.
Aus Sicht der Ukraine und für die Ukraine war es vernünftig das Abkommen nicht zu unterschreiben. Er sah, dass die Ukraine der EU ausgeliefert wäre, weil die EU die Ukraine zwar als neuen Absatzmarkt wollte, aber die Ukraine seine Landwirtschafts- und Stahlprodukte nicht in die EU exportieren dürfte, beim gleichzeitigen Wegfall des russischen Markts.
BTW. Die Nato hatte mit Janukowitsch nicht zu tun, weil zum damaligen Zeitpunkt, gegen den Interessen der USA, noch 72% der Ukrainer gegen den Beitritt zur Nato waren.