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  • markesmith

158 Beiträge seit 16.04.2020

Dominoeffekt

Das Problem ist: Für die ungeplant dazu kommenden Kunden müssen Strom und Gas zum Börsenpreis gekauft werden, weil man ihre Verbräuche nicht langfristig einplanen konnte.

Gegen das Problem zu vieler Neukunden, die man in der Grundversorgung zu den aktuellen (hohen) Börsenpreisen bedienen müsste, kann man sich wehren, indem man überregionale Vertragskunden kündigt.
Wenn das geschieht, wie zurzeit bei den Stadtwerken Flensburg (Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Stadtwerke-Flensburg-stellen-ueberregionale-Versorgung-mit-Gas-ein,stadtwerkeflensburg102.html),
fallen diese Kunden anderen Stadtwerken zur Last, die dann wiederum ihren überregionalen Kunden kündigen werden. Dieser Dominoeffekt führt dazu, dass sehr viele Kunden zum Anbieterwechsel in höherpreisige Verträge gezwungen werden. Darüber hinaus ist es ein immenser Aufwand, diese sinnlosen Anbieterwechsel zu bewerkstelligen. Und im Endeffekt wird der Kunde auch diese Transaktionskosten noch bezahlen.
Als Kollateralschaden dazu noch der Vertrauensverlust: Einst umworben und hofiert, dann gekündigt weil zu teuer.
Wenn die Stadtwerke das nicht anders hinbekommen, ist der Ruf dieser einstigen "Institutionen" völlig ruiniert.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (06.10.2022 10:55).

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  • Avatar von jungspund
    • jungspund

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.08.2002

    Antwort auf Dominoeffekt von markesmith.

    markesmith schrieb am 06.10.2022 10:54:

    Das Problem ist: Für die ungeplant dazu kommenden Kunden müssen Strom und Gas zum Börsenpreis gekauft werden, weil man ihre Verbräuche nicht langfristig einplanen konnte.

    Gegen das Problem zu vieler Neukunden, die man in der Grundversorgung zu den aktuellen (hohen) Börsenpreisen bedienen müsste, kann man sich wehren, indem man überregionale Vertragskunden kündigt.
    Wenn das geschieht, wie zurzeit bei den Stadtwerken Flensburg (Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Stadtwerke-Flensburg-stellen-ueberregionale-Versorgung-mit-Gas-ein,stadtwerkeflensburg102.html),
    fallen diese Kunden anderen Stadtwerken zur Last, die dann wiederum ihren überregionalen Kunden kündigen werden. Dieser Dominoeffekt führt dazu, dass sehr viele Kunden zum Anbieterwechsel in höherpreisige Verträge gezwungen werden. Darüber hinaus ist es ein immenser Aufwand, diese sinnlosen Anbieterwechsel zu bewerkstelligen. Und im Endeffekt wird der Kunde auch diese Transaktionskosten noch bezahlen.
    Als Kollateralschaden dazu noch der Vertrauensverlust: Einst umworben und hofiert, dann gekündigt weil zu teuer.
    Wenn die Stadtwerke das nicht anders hinbekommen, ist der Ruf dieser einstigen "Institutionen" völlig ruiniert.

    Jahrelang hat man dem Volch gepredigt, doch Anbieterhopping zu betrieben und immer den billigsten zu wählen, man hat den "Markt liberalisiert", damit niemand "von den Stadtwerken abgezockt" wird. Nebenbei haben sich einige Standwerke auch ordentlich verzockt, da gibt es auch Fälle.

    Die Sache hat eben auch Schattenseiten. Kennt man alle schon von den Telekomikern. Und die gleiche Diskussion wird bei "Taxi/uber" geführt.

    Ist aber nur ein Teilproblem, tatsächlich war das Russengas sehr lange sehr billig. So billig, das sämtliche sinnvollen(!) Diversifikationspolitik sofort platt gemacht wurde. Wer von Jahresfrist noch quäkte "Dämmwahn mit Schimmel rechnet sich NIEE" hat heuer kalte Füße.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (06.10.2022 11:41).

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