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    mehr als 1000 Beiträge seit 14.06.2016

    Antwort auf Re: warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Sikkimoto.

    Sikkimoto schrieb am 17.04.2021 17:54:

    Aha. Also wenn der Interessent von Wohnung A zu Wohnung B ziehen möchte besteht insgesamt ein Wohnungsmangel?

    Klar, wenn zwischen 2010 und 2020 jedes Jahr rund 40.000 Menschen nach Berlin zugezogen sind, dann ist dadruch in Berlin ein Wohnraummangel entstanden. Was ist daran so schwer zu verstehen?

    Und was schlägst du vor? Wohnungen bauen bis keine Interessenten mehr kommen?

    Wohnungen bauen bis nicht mehr 50+ Interessenten pro Wohnung kommen, sondern nur noch eine Handvoll. Dann sinken die Mietpreise automatisch. Genau so funktioniert Marktwirtschaft, und das ist auch gut so.

    Für wen?

    Alle Mieter profitieren davon, wenn der Mangel beseitigt wird.

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    Mangel soll und muss in der Marktwirtschaft erst einmal erzeugt werden

    Antwort auf Re: Mangel soll und muss in der Marktwirtschaft zu steigenden Preisen führen von Sikkimoto.

    Dazu gibt es verschiedene Methoden, die besonders in Berlin in den letzten 30 Jahren zur Anwendung kamen und nun endlich seit 10 Jahren zum Erfolg führten (Erfolg = Verdoppelung der Berliner Durchschnittskaltmiete von 2010 bis 2019, ohne wesentliche Verbesserung des Wohnstandards der Durchschnittswohnung)

    Methoden waren (und sind):
    1. Abriss von bezahlbaren Wohnungen (an die 100.000 Wohnungen, vor allem in relativ neuen Plattensiedlungen im Osten, mit Staatshilfe vernichtet). Aber auch Abriss von unrentablen (wenig Profit abwerfendem) Altbau
    2. Auslaufen der Sozialbindung von staatlich mitfinanzierten Wohnungen, ohne Ersatz zu schaffen, damit schlagartige Mieterhöhung und Verdrängung von weniger zahlungskräftigen Mietern. Anzahl von Sozialwohnungen verringerte sich um ~ 100.000.
    3. Vernichtung von bezahlbaren Wohnungen durch Umwandlung in hochpreisige. Beliebt: Modernisierungen und vor allem energetische Scheinmodernisierungen (maximale Investitionssumme bei minimaler Energieeinsparung, alles komplett mit Aufschlag umlegbar auf den Mieter - wer das nicht zahlen kann, muss raus). Ist vorwiegendes Geschäftsmodell der großen Immokonzerne.
    4. Neubau fast ausschließlich durch Privat im hochpreisigen Segment - Bauland für bezahlbare Wohnungen wird knapp.
    5. Nichtgenehmigung von bezahlbarem Neubau (z.B. durch Genossenschaften) durch Bezirksverwaltungen, Bevorzugung von Luxusimmobilien bei Genehmigungen. Beliebt in CDU und SPD regierten Stadtbezirken.
    6. Leerstand zu Spekulationszwecken - vor allem von hochpreisigen Wohnungen.
    7. Verhinderung von Neubau durch Blockieren von Baugrund: über 60.000 vom Senat erteilte Baugenehmigungen für leerstehender Grundstücke oder Lückenbebauung, wo jahrelang nicht gebaut wird (spekulativ, höherpreisiger Weiterverkauf geplant), damit geschätzt 300.000 Wohnungen NICHT gebaut.
    8. Zusammenlegen von kleineren bezahlbaren Wohnungen zu großen Luxusappartements (Umbau von Altimmobilien, auch manchmal als Modernisierung).

    (Wenn das alles noch nicht genügt, holt man Immigranten als Mitbewerber - die kann man dann auch zum Lohndrücken gut gebrauchen - double use, double win.)

    Ist das kleine Einmaleins der Immobilienwirtschaft. Funktioniert am besten, wenn staatlicher Wohnungsbau (wegen schwarzer Null...) maximal runter gefahren wird.

    Hat doch geklappt.

    Dafür hat man ja schließlich einen Wohnungsbauminister....

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (17.04.2021 18:54).

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    • Sikkimoto

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    Antwort auf Re: warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Populist.

    Oder man entzieht die Mietpreise der Marktlogik. Darum ging es ja. Ich sehe keinen Sinn darin Berlin jedes Jahr weiter wachsen zu lassen. Es sollte bezahlbaren Wohnraum für Berliner geben. Wer unbedingt zuziehen will darf dann immer noch nach Marktlogik zahlen. Wien macht das seit Ewigkeiten so.

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    Antwort auf Re: warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Sikkimoto.

    Sikkimoto schrieb am 17.04.2021 22:28:

    Oder man entzieht die Mietpreise der Marktlogik. Darum ging es ja.

    Offenbar geht es Dir in Wirklichkeit um etwas ganz anderes wie Dein nächster Satz deutlich macht:

    Ich sehe keinen Sinn darin Berlin jedes Jahr weiter wachsen zu lassen. Es sollte bezahlbaren Wohnraum für Berliner geben. Wer unbedingt zuziehen will darf dann immer noch nach Marktlogik zahlen.

    Eine äußerst fragwürdige Gesinnung, von der ich nur hoffen kann, dass sie sich nicht durchsetzt. Du scheinst voll auf zentrale Planung und zentrale Steuerung zu setzen.

    Es ist nicht Aufgabe von Dir oder irgendwelchen Stadtplanern, zu entscheiden welche Stadt wächst und welche nicht. Hierüber sollten weiterhin alleine die Einwohner Deutschlands mit den Füßen abstimmen. Die Schwarmintelligenz der Bürger weiß besser als jeder Planer welche Städte wachsen sollen und welche nicht.

    Es ist nicht Aufgabe des Staates, zu lenken wo die Menschen hinziehen. Es ist Aufgabe des Staates, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass dort, wo die Menschen hinziehen, genug Wohnraum entstehen kann. Der Staat sollte Erfüllungsgehilfe der Bürger sein und nicht ihr Vormund.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (18.04.2021 09:23).

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    Antwort auf Re: warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Populist.

    Ganz schwacher Versuch vom Thema abzulenken. Es ging darum Berlin für Berliner bezahlbar zu halten, nicht darum Zuzug zu verbieten.

    Oder in deinen Worten: Du hast eine äußerst fragwürdige Gesinnung, von der ich nur hoffen kann dass sie sich nicht durchsetzt. Du willst dass Spekulanten entscheiden wer in einer Stadt leben darf und welche Städte zu Immobilenblasen werden anstatt Wohnraum für Menschen zu bieten. Ich denke die Menschen sollten weiterhin selbst entscheiden dürfen ob sie ihre Heimat verlassen wollen und nicht mit Zwang vertrieben werden.

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