Das ursächliche Problem sind nicht die Mieten, sondern der Wohnraummangel. Der Anstieg der Mieten ist nur die Folge des Wohnraummangels. Wohnraummangel lässt sich nicht durch Mietendeckel bekämpfen, sondern ausschließlich durch die Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Die Schaffung zusätzlichen Wohnraums erfordert Investitionen. Setzt man hierbei auf private Investoren, dann darf man diesen ihre Gewinnerzielungsabsicht nicht verübeln. Als Bauherr ohne Gewinnerzielungsabsicht kommt nur der Staat in Frage.
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Antwort auf Wohnraummangel lässt sich nicht durch Mietendeckel bekämpfen von Populist.
Populist schrieb am 17.04.2021 12:29:
Das ursächliche Problem sind nicht die Mieten, sondern der Wohnraummangel. Der Anstieg der Mieten ist nur die Folge des Wohnraummangels. Wohnraummangel lässt sich nicht durch Mietendeckel bekämpfen, sondern ausschließlich durch die Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Die Schaffung zusätzlichen Wohnraums erfordert Investitionen. Setzt man hierbei auf private Investoren, dann darf man diesen ihre Gewinnerzielungsabsicht nicht verübeln. Als Bauherr ohne Gewinnerzielungsabsicht kommt im Kapitalismus nur der Staat in Frage.
Man muss beileibe nicht bauen, um mit Mietshäusern Profit zu machen. Nennt sich Immobilienmarkt, pardon wenn ich Binsenweisheiten erzähle.
Siehe beispielsweise Cerberus Capital Management, laut Wikipedia "ein Investmentfonds-Managementunternehmen mit Firmensitz in New York City":
"Im Jahre 2004 erwarb das Unternehmen von der Deutschen Bank die in Wilhelmshaven ansässige Wohnungsbaugesellschaft JADE Immobilien Management GmbH mit einem Bestand von 7.500 Mietobjekten.[8]
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Des Weiteren übernahm Cerberus zusammen mit dem Whitehall-Fonds von Goldman Sachs im Jahre 2004 das zurzeit größte private Immobilienunternehmen Berlins, die Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin mbH (GSW).
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Im April 2006 erwarb Cerberus von einer Privatperson ein Portfolio von rund 3.000 Wohnungen im Ruhrgebiet an den Hauptstandorten Bochum, Essen, Dortmund und Gelsenkirchen.
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Für mindestens 985 Millionen Euro übernahm Cerberus von der insolventen britischen Gesellschaft Speymill Deutsche Immobilien Company das SDIC Immobilien Portfolio von 22.000 Wohnungen in Deutschland "
> https://de.wikipedia.org/wiki/Cerberus_Capital_ManagementUnd warum machen der Ceberus Fonds, die Speyhill Deutsche Immobilien Gesellschaft, der Whitehall-Fonds von Goldman Sachs oder die heilige Deutsche Bank so etwas?
Weil Immobilien für den Kapitalisten ebensolche Geldanlageobjekte sind wie Aktien oder Staatsanleihen und man von diesen Geldanlageobjekten einen ebensolchen maximalen Profit erwartet. Selbstverständlich auf Kosten der Mieter. Sorry.Da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Dass dann zusätzlich noch ein paar Kleinvermieter im Immobilienkarussell mitspielen macht sie quasi zu Kleinaktionären in diesem Geschäft.
Es gibt offenkundig nur eine Lösung für dieses Problemchen: Der Kapitalismus muss zerschlagen werden.
Aber ja, wir könnten alternativ natürlich einfach "mit staatlichen Mitteln" eine weitere Stadt für sagen wir zwei Millionen Einwohner direkt neben Berlin bauen und täglich dafür beten, dass die Kapitalisten nicht letztendlich auch diese Stadt/Häuser aufkaufen. -
Mangel soll und muss in der Marktwirtschaft zu steigenden Preisen führen
Antwort auf Re: Wohnraummangel lässt sich nicht durch Mietendeckel bekämpfen von DJ Holzbank.
DJ Holzbank schrieb am 17.04.2021 13:29:
Als Bauherr ohne Gewinnerzielungsabsicht kommt im Kapitalismus nur der Staat in Frage.
In der Planwirtschaft gibt es in der Regel überhaupt keine anderen Bauherren als den Staat.
Man muss beileibe nicht bauen, um mit Mietshäusern Profit zu machen. Nennt sich Immobilienmarkt, pardon wenn ich Binsenweisheiten erzähle.
Das war auch nicht meine Aussage. Meine Aussage war, dass man bauen muss, um den Wohnraummangel zu beseitigen.
Mangel soll und muss in der Marktwirtschaft zu steigenden Preisen führen. Das ist eines der wesentlichen Merkmale und einer der größten Erfolgsfaktoren dieser Wirtschaftsordnung.
Steigende Preise signalisieren Mangel. Wenn steigende Preise unterdrückt werden auch diese Preissignale unterdrückt. Dann ist keine Selbstorganisation mehr möglich, sondern nur noch Planwirtschaft.
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Antwort auf Mangel soll und muss in der Marktwirtschaft zu steigenden Preisen führen von Populist.
Exorbitant steigende Mieten kommen von den exorbitant steigenden Immobilienpreisen. Und die sind keine Folge von Mangel. Es sind nicht schlagartig in Deutschland Millionen bewohnbare Häuser zerfallen.
Die steigenden Immobilienpreise kommen aus der Geldschwemme der EZB. Wie oben schon geschrieben wurde sind Immobilien im Kapitalismus Anlagekapital. Die Preissteigerung bei den Immobilien haben den selben Zusammenhang wie Rekordhöhen beim Dax, Rekordpreise für Gold oder absurde Höhen des Bitcoin. Alles Ventile für zu viel Anlagekapital. Nur ist das Recht auf Wohnen zu wichtig um es von der Realwirtschaft (=das, was der Durchschnittsmieter zahlen kann) zu entkoppeln.
Und so kann man schließen: Richtig, ein Mietendeckel baut keine Wohnungen. Aber er sorgt dafür, daß die vorhandenen Wohnungen auch jemand bezahlen kann.
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warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange?
Antwort auf Re: Mangel soll und muss in der Marktwirtschaft zu steigenden Preisen führen von Sikkimoto.
Sikkimoto schrieb am 17.04.2021 15:04:
Exorbitant steigende Mieten kommen von den exorbitant steigenden Immobilienpreisen. Und die sind keine Folge von Mangel.
Wenn es keinen Mangel gibt, warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange?
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Antwort auf warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Populist.
Populist schrieb am 17.04.2021 16:04:
Sikkimoto schrieb am 17.04.2021 15:04:
Exorbitant steigende Mieten kommen von den exorbitant steigenden Immobilienpreisen. Und die sind keine Folge von Mangel.
Wenn es keinen Mangel gibt, warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange?
In Berlin potenzieren sich Asset inflation und Mangel!und
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Antwort auf warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Populist.
Sind diese Interessenten obdachlos?
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Antwort auf Re: warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Sikkimoto.
Sikkimoto schrieb am 17.04.2021 16:17:
Sind diese Interessenten obdachlos?
Nein, aber unzufrieden mit ihrem bisherigen Wohnort oder ihren bisherigen Wohnverhältnissen. Der Mangel besteht ja vor allem in den Ballungsgebieten.
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Antwort auf Re: warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Populist.
Aha. Also wenn der Interessent von Wohnung A zu Wohnung B ziehen möchte besteht insgesamt ein Wohnungsmangel?
Und was schlägst du vor? Wohnungen bauen bis keine Interessenten mehr kommen? Für wen?
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Antwort auf warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange? von Populist.
Populist schrieb am 17.04.2021 16:04:
Sikkimoto schrieb am 17.04.2021 15:04:
Exorbitant steigende Mieten kommen von den exorbitant steigenden Immobilienpreisen. Und die sind keine Folge von Mangel.
Wenn es keinen Mangel gibt, warum stehen dann die Interessenten bei jeder Wohnungsbesichtigung Schlange?
Leute stehen auch Schlange für Aldi-PCs und iphones.