Bei uns steht es jedem frei ein Künstler oder Musiker zu werden und zu versuchen damit Geld zu verdienen. Genauso steht es den Leuten frei, sich den Künstler oder die Darbietung seiner Wahl anzuschauen, wenn er bereit ist den Preis dafür zu zahlen.
Bei der Musik zählen das Talent und vor allen Dingen macht auch die Übung den Meister.
Vor Weihnachten hatte ich mir ein Benefiz-Konzert für die teilnehmenden Musiker a. 15€ pro Karte angeschaut. Im Laien-Orchester saß auch eine Musiklehrerin, die nach ihrem Musikstudium eine typische Künstlerkarriere hingelegt hatte. Ihr Leben bestand aus dem Spielen in unbekannten Bands und Orchester und besagtem Musikunterricht. Der ganze Künstlerzauber wird seit Unzeiten von der Allgemeinheit quersubventioniert.
Wenn man ihr eine Note geben sollte, dann ist ihre künstlerische Qualität irgendwo zwischen 3-4. Da sie keine tragende Rolle im Orchester spielt, fällt es auch nicht so stark auf, wenn die sich bei schwierigen Passagen zurücknimmt und nur so tut, als würde sie richtig mitspielen.
Wenn man sich die Dame anschaut, dann sieht sie viel jünger aus, als ihre Altergenossinnen, die ihr Leben vielleicht an der Aldi-Kasse verbracht haben.
Mit ein paar Künstlerkumpel hatte sie sich ein Haus irgendwo in Ostdeutschland gekauft. Die anstehende GruSi läßt sich dort viel besser verleben, als im Westen in einer der Armutsquatiere, in die dann der Umzug fällig wäre.
In letzter Konsequenz ein sehr bequemes Leben für wenig Leistung, das ihr einen langen Lebensabend bescheren wird. Was wohl bei der Aldi-Verkäuferin eher weniger der Fall sein wird.
Ein paar Wochen später habe ich mir dann ein Konzert von Eventim für den 3 fachen Preis gegönnt, bei dem dann nur 6 Musiker aufgespielt haben. Das waren aber ganz andere Kaliber. Dafür hätte ich locker auch noch das Doppelte gezahlt.
Das waren halt richtige Musiker, die natürlich auch ihre hohen Kosten mit der Gage abdecken mussten. Also Hotelzimmer, aus dem Koffer leben, Reisen etc.
Ich habe mir in meinem Leben auch schon einige Konzerte von Superstars in großen Verstaltungen, wie z.B. irgendwelchen Stadien oder z.B. der Westfalenhalle angeschaut. Das kann auch einen Riesenspaß machen, zumal dort auch Vollprofis am Werk sind, die eine gute Unterhaltung bieten. Bei uns gibt es auch öfters Veranstaltungen, bei denen solche Kaliber kostenlos oder für relativ schlankes Geld im kleinen Kreis auftreten.
Was unser Autor gerne dabei vergisst: Einnahmen sind kein Gewinn.
Eine Riesenveranstaltung hat auch entsprechend hohe Kosten
Natürlich könnten die die Musiker genossenschaftlich arbeiten. Also z.B. die Gewinne untereinander teilen. Aber die Leutchen träumen davon selber einmal reich und wohlhabend zu werden. Für solch eine interne Umverteilung gibt es keine Begeisterung.
Und, wie bei der DDR über den Staat? Ne, lass mal stecken. Einen Haufen Geld für mieserable Leistung bezahlen? Das brauche ich nicht.