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  • Karl May1

404 Beiträge seit 16.08.2020

Was habe ich da nicht verstanden?

Das Interview ist problematisch. Das beginnt damit, dass der Fragesteller sich bemüßigt sieht, ein Fremdwort zu benutzen, dass es so nicht gibt und endet mit Aussagen des Befragten dahingehend, dass Angst eine "reaktionäre" Emotion sei, die in der Politik nichts zu suchen habe (als "Reaktion auf" ist das Adjektiv sicher nicht gemeint).
Das Gegenteil scheint mir richtig zu sein. Wahrscheinlich wäre es segensreich, wenn etwa die deutsche Chefdiplomatin etwas weniger Selbstüberzeugung und Sendungsbewußtsein zeigen würde und dafür ein wenig Angst davor verspüren würde, dass ihr von Kritikern als bellizistisch und russophob empfundener Kurs zu noch gravierenderen Konsequenzen führt, als das jetzt schon der Fall ist.

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  • Avatar von Georg Meier
    • Georg Meier

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.07.2012

    ein wenig Angst?

    Antwort auf Was habe ich da nicht verstanden? von Karl May1.

    Ich denke schon, das Angst ein schlechter Ratgeber sein kann.
    Vor allem, wenn z.B. die aktuelle Aussenministerin Angst schürt und somit auf Zuspruch durch verängstigte Bürger setzt.

    Und eben darum ist in diesem Falle Angst der schlechtere Weg und eine rationale Betrachtung zu befürworten.

    Angesichts des offensichtlichen Ungleichgewichts der militärischen Kräfte USA/NATO + europäische Nochnicht-Nato Staaten zur russischen Föderation ist eine Invasion über das Derzeitige hinaus äusserst unwahrscheinlich.

    Trotzdem wird offen vor einem "Durchmarsch" mindestens übers Baltikum, ja bis nach Berlin gewarnt.
    Realistisch betrachtet äusserst unwahrscheinlich.

    Es kommt also darauf an, wer! die Angst als Mittel einsetzt und ob man sich dieser Angst beugt.

    Ob unsere Aussenministerin ihre Einstellung und ihre Politik ändern würde, sofern sie angesichts deren Konsequenzen Angst bekäme, bezweifele ich sehr.
    Persönlich scheint sie mir so "durchideologisiert", dass da für Angst gar kein Raum ist.
    Zu beseelt und entfernt vom Realem ist ihr Auftreten.
    Ähnlich einem fundamental Gläubigem jeglicher Couleur vertritt sie ihre Angst verbreitenden Thesen.

    Und das wiederum macht mir letztlich dann doch Angst.
    Nicht "vor den Russen", sondern vor ihrer Reaktion darauf.
    Den die Steigerung vom Fundamentalen ist der Fanatismus.
    Und der geht angstbefreit in den eigenen Tod.

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