Antwort auf Re: Wieder ein US-Dollar-Untergangsartikel von .
Brigitte Mosbauer schrieb am 08.04.2023 15:35:
Saudi Arabien verkauft ÖL an China in Volksgeld.
Und an uns in EUR. So what?
Nein, Saudi Arabien verkauft Öl an uns in Dollar. Nur die Gaslieferungen durch NS1 haben wir stets mit unserem eigenen Geld zahlen können (zunächst DM, später Euros).
Tatsächlich hat die USA in der letzten Dekade verstärkt den USD mit Hilfe der Fed als Waffe eingesetzt, in dem sie die Guthaben politisch unbequemer Staaten gesperrt haben. So es es mit Iran oder Venezuela geschehen, man muss vermuten mit anderen auch, oder es wurde zumindest als Erpressungsmittel eingesetzt.
Anlässlich des Ukrainekrieges hat der Westen jetzt auch die russischen Guthaben gesperrt. Das ist ein Schritt, den die Bank of England nicht einmal mit Nazideutschland gemacht hatte.
Wenn du jetzt ein russischer Oligarch, ein arabischer Prinz, ein brasilianischer Korrupter oder ein höherer chinesischer KP Potentat bist: Deine Dollar sind nicht mehr sicher, du brauchst Alternativen. Der Euro kommt nicht in Frage, weil die Europäer machen das, was die Amis vorschreiben.
Deshalb ist die Situation jetzt in mehrfacher Hinsicht anders: Bisher war vor allem das US Zahlungsbilanzdefizit ein Argument gegen den Dollar. Aber heute gilt: Viele Dinge, die man kaufen will, bekommt man nicht mehr nur im Westen gegen Dollar, sondern genauso gut oder sogar besser oder billiger in China. Neuerdings bekomme ich auch Öl gegen Yuan, deshalb kann ich auch Yuan als Reservewährung nutzen.
Kurzum: Der Westen hat sein Blatt hier überreizt. Natürlich ist noch nicht klar, ob er das Spiel verlieren wird, aber so angeschlagen wie diesmal war der Dollar noch nie. Und da die USA ihr gigantisches Zahlungsbilanzdefizit nur mit dem USD als Leitwährung halten können werden, wird das ziemlich kniffelig für die USA.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.04.2023 16:54).