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Avatar von blättrer
  • blättrer

422 Beiträge seit 12.02.2016

Es sitzen leider alle an einen Tisch - wir sollten lernen zu reden

Der Artikel selbst von Herrn Nowak eignet sich hervorragend als Beispiel , was mit dem "Apell für freie Debattenräume" gemeint ist.
Mehr oder weniger fordert auch Herr Nowak die/eine Deutungshoheit über das Thema ein, womit man Andersdenkende zu Ketzern, Verrückten, Sündern, - egal, jedenfalls zu etwas degradieren kann, mit dem man nicht mehr diskutieren muß.

Mit "Ketzer" und "Sünder" klingt an, dass es sich hier um eine Denke handelt, die wir als mittelalterlich bezeichnen. Mithin kann man den Aufruf für freie Debattenräume so lesen, dass er sich gegen ein Erstarken dieses mittelalterlichen Denkens und für die Wiederbelebung der Grundgedanken der Moderne einsetzt.

Es ist offensichtlich, dass das Einfordern von Deutungshoheit ( in Folge die Degradierung der Andersdenkenden ) sich nicht auf eine bestimmte politische Richtung einschränken läßt. Es ist eine Versuchung aller Menschen, egal welcher politischen Coleur.

Hier liegt das intelektuelle Versagen derjenigen, die in dieser Diskussion sich in die altbekannten Schützengräben schmeissen und auf die losdreschen, auf die sie immer schon losgedroschen haben. Aber dies ist NICHT das Thema des Aufrufes.

Der Aufruf setzt sich für die ART des Dreschens ein, die unserer vielfältigen Gesellschaft entsprechen muß. Es ist ein Widerspruch in sich, wenn man sich mit intoleranten Gestus für Toleranz einsetzt. Wie man mit Bomben keinen Frieden herstellen kann, ist es nicht möglich , mit antidemokratischen Gedankengut eine demokratische Gesellschaft voranzubringen.

Nach Aladin El Mafaalani fällt es den bislang benachteiligten Gruppen immer schwer, sich in eine multipolar gewordene Gesellschaft gleichberechtigt einzufügen. Das Gefühl IMMER NOCH benachteiligt zu werden verschwindet nicht. El Mafaalani beschreibt sehr schön, dass um die letzten Reste von Ungleichheit noch verbitterter gekämpft wird als um die damals himmelschreienden Ungerechtigkeiten, die dann abgeschaftt wurden.

Selbstverständlich setzen dann auch Gegenbewegungen ein: Irgendwann erheben auch die konservativen Kräfte (hier nicht parteipolitisch gemeint) ihre Stimme und hauen Pflöcke ein: "bis hierher und nicht weiter".

Bis alle gelernt haben an einem Tisch zu sitzen und akzepiert haben, das alle (alle! Herr Nowak) also auch die Thierses, die AFDs, die Alternativen Medien, die ,,, die ,... die....
tja - das scheint noch zu dauern.

Und darum gehts im Aufruf: Um die Tischmanieren und um die Gleichberechtigung bei Tisch. Das wird nicht bequem. Und es wird Streit geben. Und der Streit wird normal werden. Weil wir viele sind und viele bleiben werden.

Im Augenblick sind es die CancelCulture und die Genderfraktion etc, die das noch nicht richtig begriffen hat. Kommt aber sicher noch.

El Mafaalani lesen. Hllft.
Er macht auch leichtverständliche Kurzvideos.

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  • Avatar von Bergfalke
    • Bergfalke

    mehr als 1000 Beiträge seit 27.07.2019

    Bis hierher und nicht weiter! Nichts aufdrängen lassen, auch nicht Sprachregeln!

    Antwort auf Es sitzen leider alle an einen Tisch - wir sollten lernen zu reden von blättrer.

    Auch als Atheist möchte ich mir nicht den Wintermarkt statt Weihnachtsmarkt aufdrängen lassen.

    Weiterhin Schweinefleisch in Schulkantinen.

    Frauen sind Frauen, Männer sind Männer, dazwischen gibt es nur die Hermaphrodditen als zu vernachlässigendes detail.

    Ehe ist die Verbindung zwischen Mann und Frau.

    Und PoC, Sinti und Roma lasse ich mir auch nicht aufdrängen, dafür gibt es klassische deutsche Wörter.

    PoC müssn ja nicht herkommen, Deutschland hat keine Ex-Sklaven. Und die anderen hatten 500 Jahre Zeit sich zu assimilieren! Mit viel Mühe den aneckenden Aussenseiter- oder Mindehreitenstatus über Jahrhunderte pflegen und zelebrieren und dann wundern daß man als das behandelt wird.

    Haben Sorben, Hugenottenabkömmlinge oder Dänen oben in Norden diesen Mindehreitenkomplex? Da können auch queer-Wesen ein Beispiel sehen, Minderheit sein ohne Minderheitsprobleme!

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  • Avatar von exkoelner
    • exkoelner

    mehr als 1000 Beiträge seit 28.06.2012

    Weihnachten ist traditionell für viele Familien der größte Prüfstein, Belastung

    Antwort auf Es sitzen leider alle an einen Tisch - wir sollten lernen zu reden von blättrer.

    "Und darum gehts im Aufruf: Um die Tischmanieren und um die Gleichberechtigung bei Tisch. Das wird nicht bequem. Und es wird Streit geben. Und der Streit wird normal werden. Weil wir viele sind und viele bleiben werden. "

    Weihnachten ist nicht bequem, die viele Zeit mit Familie und Freunden kann manche Familien und Freunde an den Rand bringen. Ich glaube noch heute, wenn man einmal ne Woche mit nem guten Freund ohne großes Zerwürfnis in ungewohnter Umgebung verbracht hat, und sich danach noch sehr schätzt - oder besser, genau deswegen, ist es wohl ein guter Freund.

    Jemand Geld leihen, verstehen viele als großen Freundschaftsbeweis, jemand Zeit leihen oft nicht, dabei ist der Unterschied doch sehr deutlich. Geld kann man wieder besorgen, Zeit nicht.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (08.03.2021 17:42).

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