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mehr als 1000 Beiträge seit 12.09.2014

Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten

Was bringt eine Intensivstation, wenn der Patient dahin erstmal min. 30min (und vielerorts schon deutlich länger) transportiert werden muss?
Intensivmedizin bedeutet eigentlich immer transportunfähig und zeitkritisch!
Und gerade auf dem "flachen Land" ist der Altersdurchschnitt, und damit das Aufkommen an Herzinfarkten und Schlaganfällen, mittlerweile besorgniserregend. Gerade dort zugunsten der städtischen Konzentration weiter Kapazitäten, die bisher eine zeitnahe Versorgung zumindest halbwegs sicherstellen, abzubauen, ist entweder grob fahrlässig oder vlt. sogar schon mörderischer Vorsatz.

Wer den Abbau auch der klein(st)en Intensivstation in der Fläche fordert, kann definitv nicht aus Notfall- oder Intensivmedizin kommen, sondern wohl primär aus dem Bereich der lukrativen elektiven Operationen, für die man natürlich die hochspezialisierte Fachklinik favorisieren darf...
Dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen der Fachversorgung und der Grundversorgung inkl. Intensiv- und Notfallmedizin gibt, muss diesen "Experten" wohl seit dem Studium, das ja nicht zwingend im Fach Humanmedizin erfolgt sein muss, entfallen oder ausgeredet worden sein...

Dass ein Abbau von Intensivkapazitäten auch den Wegfall der erst in den letzten Jahren auch auf dem platten Land mühsam hochgezogenen Stroke-Units bedeutet, wo man mal wirklich daran gedacht hat, dass es bei Schlaganfällen um jede Sekunde geht, und eine ortsnahe Versorgung diesem Zeitfaktor mehr Rechnung trägt als ein langwieriger Transport in ein "Fachzentrum", ist nur ein weiteres Beispiel, wie realitätsblind und rein profitorientiert derlei Pläne sind...

Ein kleines "Provinzkrankenhaus" muss keine Transplantationen vornehmen können, auch keine komplizierten (elektiven) Herz-OPs, etc., muss keine künstlichen Kniegelenke am Fließband einsetzen oder stets das neuste und leistungsstärkste CT in der Radiologie vorrätig halten. Es muss einfach eine solide und durchaus auch zeitgemäße Grundversorgung im Bereich Notfall- und Intensivmedizin bieten. Dafür braucht es weder die hochrenommierten Top-Spezialisten mit Harvard-Abschluß noch die hochmodernste Geräteausstattung.

Ein Übel unserer Zeit ist halt, dass jeder inzwischen von der Medizin überall Wunder erwartet, weil einige wenige davon geschehen können. Der Anspruch, stets und überall Maximalversorgung für alle und jeden liefern zu können, greift mehr und mehr um sich.
Einfach mal wieder runterkommen auf den Boden des Machbaren und eine realistische Erwartungshaltung stellen, ist ja nicht en vogue...

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  1. - Populist -53 Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
    1. Alones 100 Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
      1. Populist -10 Es gibt aber auch in Großstädten viele Feld-Wald-und-Wiesen-Krankenhäuser
      2. Porcupine17 -90 Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
        1. Freiheit wird in Hanf gemessen -100 Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
    2. unbekannter Benutzer 90 Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
      1. Populist 20 Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
        1. unbekannter Benutzer 50 Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
          1. Populist 20 müsste dann im Einzelfall erstmal geprüft werden, bevor pauschal kritisiert wird
    3. Flintix -50 Artikel zum Thema
    4. From Hell 60 Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
      1. Populist 30 Re: Weniger Krankenhäuser muss nicht geringere Intensivkapazitäten bedeuten
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