st.sch. schrieb am 14.12.2021 17:12:
Also die Kosten entsprechenden den Kosten, die insgesamt entstehen!
ja.
Schade. Du hast die Polemik nicht entdeckt. Erklärt wird nichts, wenn man aussagt: das die Gesamtkosten die Summe aller Teilkosten ist. Was diese Kosten repräsentieren, ist die Frage.
Nochmal zurück zum Ausgangspunkt: das Gesundheitswesen. Da wird gerechnet. Mit Kosten. Das sind arithmetische Operationen. Und es gibt die Aussage, das Gesundheitssystem muss sich auch rechnen. Das ist keine arithmetische Operation, sondern der Anspruch, dass das dort investierte Geld sich vermehren muss.
Die VWL möchte diesen Anspruch des Eigentümers sein Eigentum zu vermehren übersetzen in eine Leistung für die Allgemein, sie möchte dem eine höhere Vernunft unterstellen, so etwas wie "vernünftiger Umgang mit knappen Ressourcen".
Und da ist es dann z.B. kreuzvernünftig, wenn man die Ressource Arzt nach Kräften beansprucht, den also möglichst lange und möglichst intensiv arbeiten lässt. Das rechnet sich insofern, als dass man viel unbezahlte Arbeit abruft. Und es rechnet sich vielleicht nicht mehr, wenn der einen Kunstfehler nach dem anderen macht. Oder es rechnet sich im Schnitt, wenn ein paar Ärzte Kunstfehler machen, weil sie überfordert und übermüdet sind, insgesamt aber die Summe der Schadenersatzforderungen niedriger als der eingesparte Lohn von zusätzlichen Ärzten ist.
Das ist ein Beispiel für den Zynismus, der waltet, wenn sich etwas rechnen muss.
Er hat ja keinen anderen Maßstab als die in Geld bemessenen Kosten.
Er kann genau auflisten was ein Beschäftigter so alles braucht um seine Arbeit leisten zu können, angefangen von Essen, Wohnung, medizinischer Betreuung über die Fahrt zu Arbeit bis hin zum Klopapier und dem Wasserverbrauch auf Arbeit.
Das ergibt dann, ohne Geld als Maßstab zu nehmen, eine Liste hunderter unterschiedlicher Einzelposten.
Und jeden einzelnen Posten kann man wieder aufteilen in den Aufwand, der für seine Herstellung notwendig ist. Und so weiter. So kommt man darauf, was diese Kosten sind: Aufwände für die Herstellung der Produkte und Dienstleistungen.
Du behauptest zwar, dass sich in Geld besser rechnen ließe, würdest aber keine andere Rechnung anstellen können.
Natürlich kann ich anders rechnen, nur ist dann halt die Summe zunächst etwas abstrakt.
Ich kann natürlich Marx zu Rate ziehen und mit sehr viel Aufwand dann alle Produkte auf 'gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit' umrechnen, dann habe ich einen Maßstab ohne Geld.
Praktisches Problem ist nur ich muss alle Arbeitsabläufe penibel erfassen, was schon daran zu scheitern droht, das mir Betriebe in solche innerbetrieblichen Dinge keinen umfassenden Einblick geben werden.
Man kann natürlich auch einfach die Arbeit organisieren.
Wenn ein VWL ein Backrezept verfassen müsste, würde da stehen: "für 1,53 € Eier, für 1,12 € Butter..."
Wenn man backen will, braucht man die Angabe der Zutaten in den für sie sinnvollen Einheiten: Anzahl, Gramm, Liter, ....
Um eine Produktion zu organisieren muss man den sachlichen Aufwand kennen. Man muß wissen, wie viele Schrauben von welcher Sorte und welcher Qualität benötigt werden, wieviel Arbeitszeit man braucht usw... Unternehmen planen auch genau so.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (14.12.2021 17:29).