Deutschland braucht in den nächsten Jahren enorme Mengen des Gases; die Bundesregierung sieht einen Bedarf bis 2030 von 90 bis 110 Terawattstunden (TWh).
Wenn man von dieser Prämisse ausgeht, ist der Drops natürlich schon gelutscht. Wozu dann noch sich sorgen um den Wasserverbrauch? Augen zu, weitermachen und durch!
Selbstverständlich ist obige Behauptung eine freche Lüge, die sich allerdings in Wahrheit verwandeln kann, wenn die irren Pläne, statt den regenerativ erzeugten Strom direkt als Energiequelle einzusetzen, der endlose Umweg über Wasserstoff gegangen wird.
Irr, weil das die Energiekosten explodieren lässt. Irr, weil das ökologisch kontraproduktiv ist. Der zusätzliche Aufwand erzeugt zusätzlichen Ressourcenverbrauch und zusätzliche Emissionen. Irr, weil man mit diesem Konzept den hervorragenden Gesamtwirkungsgrad von Direktstrom komplett ruiniert und damit den Energieverbrauch in ungeahnte Höhen treibt.
So viel nachhaltige Energie wirds nie geben, um die anvisierten Mengen an Wasserstoff zu produzieren, also wird es zu grossen Teilen bei bestenfalls blauem Wasserstoff bleiben. Vermutlich sehr graublau...
Es ist nicht so, dass heute kein Wasserstoff verbraucht wird. In vielen industriellen Prozessen kommt er zum Einsatz und er ist zu 97 Prozent grau. Das verursacht mehr CO2-Emissionen als Deutschland, beides jährlich gerechnet. Also sozusagen ein zusätzliches Deutschland. Allein um die heutigen Anwendungen auf grünen Wasserstoff umzustellen, bräuchte es einen beträchtlichen Ausbau an Erzeugung regenerativer Energie. Es ist daher absolut verrückt, die Anwendungsgebiete sozusagen ad libidum zu erweitern.
Gut, nein, aus der Sicht der Konzerne natürlich nicht. Z. B. kann das Erdgasnetz leicht modifiziert weiterverwendet werden. Viele getätigte Investitionen können in Wert gehalten werden. Der gigantische zusätzliche Aufwand generiert zahlreiche neue Ertragszitzen. Was will man mehr? Altmeier ist begeistert. Nach ihm die Sintflut.