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Avatar von Pnyx (1)
  • Pnyx (1)

mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

...quia absurdum est

Deutschland braucht in den nächsten Jahren enorme Mengen des Gases; die Bundesregierung sieht einen Bedarf bis 2030 von 90 bis 110 Terawattstunden (TWh).

Wenn man von dieser Prämisse ausgeht, ist der Drops natürlich schon gelutscht. Wozu dann noch sich sorgen um den Wasserverbrauch? Augen zu, weitermachen und durch!

Selbstverständlich ist obige Behauptung eine freche Lüge, die sich allerdings in Wahrheit verwandeln kann, wenn die irren Pläne, statt den regenerativ erzeugten Strom direkt als Energiequelle einzusetzen, der endlose Umweg über Wasserstoff gegangen wird.

Irr, weil das die Energiekosten explodieren lässt. Irr, weil das ökologisch kontraproduktiv ist. Der zusätzliche Aufwand erzeugt zusätzlichen Ressourcenverbrauch und zusätzliche Emissionen. Irr, weil man mit diesem Konzept den hervorragenden Gesamtwirkungsgrad von Direktstrom komplett ruiniert und damit den Energieverbrauch in ungeahnte Höhen treibt.

So viel nachhaltige Energie wirds nie geben, um die anvisierten Mengen an Wasserstoff zu produzieren, also wird es zu grossen Teilen bei bestenfalls blauem Wasserstoff bleiben. Vermutlich sehr graublau...

Es ist nicht so, dass heute kein Wasserstoff verbraucht wird. In vielen industriellen Prozessen kommt er zum Einsatz und er ist zu 97 Prozent grau. Das verursacht mehr CO2-Emissionen als Deutschland, beides jährlich gerechnet. Also sozusagen ein zusätzliches Deutschland. Allein um die heutigen Anwendungen auf grünen Wasserstoff umzustellen, bräuchte es einen beträchtlichen Ausbau an Erzeugung regenerativer Energie. Es ist daher absolut verrückt, die Anwendungsgebiete sozusagen ad libidum zu erweitern.

Gut, nein, aus der Sicht der Konzerne natürlich nicht. Z. B. kann das Erdgasnetz leicht modifiziert weiterverwendet werden. Viele getätigte Investitionen können in Wert gehalten werden. Der gigantische zusätzliche Aufwand generiert zahlreiche neue Ertragszitzen. Was will man mehr? Altmeier ist begeistert. Nach ihm die Sintflut.

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  • Avatar von RDaneelOliwaa
    • RDaneelOliwaa

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.05.2014

    Antwort auf ...quia absurdum est von Pnyx (1).

    mit diesem Konzept den hervorragenden Gesamtwirkungsgrad von Direktstrom komplett ruiniert

    geht es nicht im Prinzip um das Speicherproblem? So schön wie der Wirkungsgrad von Direktstrom sein mag, nutzt er nichts, wenn seine Menge vom Wetter und nicht vom Bedarf abhängt. Das was du bemängelst, macht so überhaupt keinen SInn.
    Ich würde ebenfalls sagen, Süßwassser ist je nach Standort die wertvollste Ressource überhaupt, aber z:B SIbirien dürfte daran keinen Mangel haben und wenig CO2 ist besser als viel CO2.
    Was ist daran auszusetzen, dass man vorhandene Infrastruktur ins Konzept einbinden möchte?

    Ich bin wirklich nicht sicher, was der beste Weg ist und mir ist klar, dass kommerzielle Interessen oft sinnvollen Wegen entgegenstehen. Aber das Hauptproblem der regenerativen Energien ist, dass man sie speichern können müsste. Und Wasserstoff ist sicher 1 Möglichkeit dazu. Jedenfalls besser als Lithium-Ionen-Akkus.

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  • Avatar von DachsH
    • DachsH

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.12.2018

    Antwort auf Re: ...quia absurdum est von RDaneelOliwaa.

    Sicherlich nicht besser als Akkus.

    Aber das steht nicht der Verwendung als Industrie Chemikalie entgegen.

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  • Avatar von Pnyx (1)
    • Pnyx (1)

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

    Antwort auf Re: ...quia absurdum est von RDaneelOliwaa.

    Das Speicherproblem ist lösbar, dafür gibt es viele Ansätze und es kommen weitere dazu. Kürzlich hat VW mitgeteilt, dass die Akkus in ihren E-Vehikel ab (nahezu) sofort bidirektional geladen werden können. Damit können sie als virtueller Grossspeicher genutzt werden.

    An der Weiterverwendung alter Infrastruktur ist an sich nichts zu bemängeln. Darum geht es nicht. Meine diesbezügliche Bemerkung erklärt die Attraktivität des Wasserstoffkonzepts für die Konzerne und weist damit auf eine Motivation hin, die mit der ökologischen - und volkswirtschaftlichen - Sinnhaftigkeit nicht das Geringste zu tun hat. Wenn man konsequent auf Direktstrom-Einsatz setzt, muss nichts physisch verschoben werden. Es braucht keine Leitungen, keine Lagertanks etc. Es vereinfacht die Angelegenheit erheblich. Das finden Kapitalisten nicht so gut... Ein weiterer Vorteil ist übrigens, dass man nicht mehr abhängig ist von irgendeinem fernen Ausland und Handelsrouten. Das bedeutet mehr Sicherheit fürs Land.

    Man kann Energie in Pumpspeicherwerken speichern, in heissen Steinen, Schwungrädern, alles Mögliche. Wenn der politische Wille vorhanden ist, findet man genügend Lösungen. Und unendlich günstiger als der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.04.2021 00:16).

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  • Avatar von stickler
    • stickler

    152 Beiträge seit 01.11.2012

    Antwort auf Re: ...quia absurdum est von Pnyx (1).

    Man kann Energie in Pumpspeicherwerken speichern, in heissen Steinen, Schwungrädern, alles Mögliche. Wenn der politische Wille vorhanden ist, findet man genügend Lösungen.

    So. ein. Schmarren.
    Gegen die Physik richtet der beste politische Willen nichts aus.
    Schwungraeder...

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  • Avatar von Pnyx (1)
    • Pnyx (1)

    mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

    Antwort auf Re: ...quia absurdum est von stickler.

    Absoluter Schmarren, genau. Sogar Wikipedia ist drauf reingefallen... de.wikipedia.org/wiki/Schwungradspeicherung

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  • Avatar von Abtrünniger Zauberer
    • Abtrünniger Zauberer

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.01.2012

    Antwort auf Re: ...quia absurdum est von stickler.

    Schwungräder sind schon ziemlich genial - aber zu teuer. Wären auch nur etwas für kurzzeitigen Ausgleich, nicht für längere Speicherung.
    Wenn sie nicht so teuer wären wären das ideale Ergänzungen zu Windrädern bspw, so dass diese fast beliebig ihren Strom über 24h verteilen können.

    Für langfristige Speicherung kann Gas ein Vehikel sein - die miese Effizienz muss dann halt ausgeglichen werden durch starke Überproduktion im Sommer. Solarpanels bieten sich hier an. Daher kann Gas, insbesondere aufgrund der vorhandenen Heizstruktur - übergangsweise genutzt werden bis die alten Heizungen alle ersetzt oder ergänzt werden durch alternative Heizsysteme, die direkt Strom verbrauchen.
    Für langfristige Speicherung wird es aber sicherlich billigere Varianten geben, wenn jetzt schon Kleinanlagen von Redox-Flow-Batterien zu Preisen von <10c/kwh über Lebenszeit möglich sind.

    Um ein Auto von A nach B zu verwenden ist Gas aber ganz schön verschwenderisch.

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  • Avatar von DachsH
    • DachsH

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.12.2018

    Antwort auf Re: ...quia absurdum est von Pnyx (1).

    Da ist Wikipedia nicht drauf herein gefallen, seinerzeit waren das günstige Speicher.

    Aber da mittlerweile Batterien immer besser und preiswerter werden, wird ihr Markt einfach kleiner.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.04.2021 07:25).

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  • Avatar von DachsH
    • DachsH

    mehr als 1000 Beiträge seit 19.12.2018

    Antwort auf Re: ...quia absurdum est von Abtrünniger Zauberer.

    Ja, mit Vakuum und magnetisch gelagerten Schwungmassen aus hochfesten Materialien und Hochwirksamen Motoren kann man schon einige Tage überbrücken.

    Zur Langzeitspeicherung ist es eher nicht geeignet.

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  • Avatar von hartamWind
    • hartamWind

    mehr als 1000 Beiträge seit 04.07.2010

    Antwort auf Re: ...quia absurdum est von RDaneelOliwaa.

    geht es nicht im Prinzip um das Speicherproblem?

    Nein, das Prinzip ist alte Strukturen zu erhalten, Verbrennermotor, Tankstellen, Logistik usw. latürnich auf Kosten des kleinen Verbrauchers.
    Speicher kann man auch anders bauen wenn mal nötig.

    Was ist daran auszusetzen, dass man vorhandene Infrastruktur ins Konzept einbinden möchte?

    Wasserstoff ist aber Energie und Geldverschwendung.

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