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  • Andreas Köster

97 Beiträge seit 18.12.2023

Was spricht gegen Kernfusion?

"Ziel war es, die Forschungsmittel für die Atomspaltung und Kernfusion zugunsten eines verstärkten Ausbaus der erneuerbaren Energien gemäß dem rot-grünen Atomausstieg umzuschichten."

Kein Wunder, dass niemand für dieses Ziel war. Klar, das Müllproblem macht die real existierende Atomkraft so teuer, dass sie zu Zwecken der Stromerzeugung unattraktiv ist.

Mir ist aber vollkommen unklar, was gegen Fusionsforschung spricht. Zumindest langfristig scheint mir das eine wirklich interessante Art der Energieerzeugung zu sein! Oder hat der Autor gute Argumente gegen diese Technologie, die er uns im Artikel verschwiegen hat?

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  • Avatar von kemmerich
    • kemmerich

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.02.2020

    Antwort auf Was spricht gegen Kernfusion? von Andreas Köster.

    Andreas Köster schrieb am 04.02.2024 18:16:

    Mir ist aber vollkommen unklar, was gegen Fusionsforschung spricht. Zumindest langfristig scheint mir das eine wirklich interessante Art der Energieerzeugung zu sein! Oder hat der Autor gute Argumente gegen diese Technologie, die er uns im Artikel verschwiegen hat?

    Niemand hat etwas dagegen. Alle sind dafür, wirklich alle. Bloß ist der Stand der Technik derzeit so, dass man vorne mehr Energie hineingeben muss als hinten wieder rauskommt. Dass Kernfusion theoretisch funktioniert, bezweifelt niemand; unsere Sonne beweist es. Das bedeutet aber nicht, dass wir das hier auf der Erde auch hinkriegen, erst recht nicht auf absehbare Zeit. Klimaschutz müssen wir aber sofort machen.

    Ich finde diese Vorstellung so schrecklich naiv: Einfach ordentlich Forschungsgelder reinstecken, Ergebnis kommt, gerade so wie eine telefonisch oder per App bestellte Pizza. Es ist nicht zu fassen...

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  • Avatar von oho (2)
    • oho (2)

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.06.2020

    Antwort auf Re: Was spricht gegen Kernfusion? von kemmerich.

    kemmerich schrieb am 04.02.2024 18:54:

    Andreas Köster schrieb am 04.02.2024 18:16:

    Mir ist aber vollkommen unklar, was gegen Fusionsforschung spricht. Zumindest langfristig scheint mir das eine wirklich interessante Art der Energieerzeugung zu sein! Oder hat der Autor gute Argumente gegen diese Technologie, die er uns im Artikel verschwiegen hat?

    Niemand hat etwas dagegen. Alle sind dafür, wirklich alle. Bloß ist der Stand der Technik derzeit so, dass man vorne mehr Energie hineingeben muss als hinten wieder rauskommt. Dass Kernfusion theoretisch funktioniert, bezweifelt niemand; unsere Sonne beweist es. Das bedeutet aber nicht, dass wir das hier auf der Erde auch hinkriegen, erst recht nicht auf absehbare Zeit. Klimaschutz müssen wir aber sofort machen.

    Ich finde diese Vorstellung so schrecklich naiv: Einfach ordentlich Forschungsgelder reinstecken, Ergebnis kommt, gerade so wie eine telefonisch oder per App bestellte Pizza. Es ist nicht zu fassen...

    Wenn Du ehrlich bist, dann hat die Ampel auch keinen funktionierenden Plan, der sich physikalisch und wirtschaftlich realisieren lässt. Das ist ja der Grund, warum so einige Länder wieder AKW als Interimslösung bauen wollen und werden.

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  • Avatar von Andreas Köster
    • Andreas Köster

    97 Beiträge seit 18.12.2023

    Antwort auf Re: Was spricht gegen Kernfusion? von kemmerich.

    "Bloß ist der Stand der Technik derzeit so, dass man vorne mehr Energie hineingeben muss als hinten wieder rauskommt."

    Bis 2022 war das so, dann kam das Experiment am Lawrence Livermore National Laboratory.

    "Klimaschutz müssen wir aber sofort machen."

    Das hab ich vor 20 Jahren auch schon gesagt und es stimmt noch immer, natürlich sollten wir nicht einfach auf Fusionsenergie warten. Aber wer wie der Autor den kurzfristigen Klimaschutz auf Kosten der langfristig wichtigen FusionsFORSCHUNG machen möchte, ist in meinen Augen ähnlich engstirnig wie die Klimawandelsleugner. Wir brauchen meiner Überzeugung nach Beides.

    "Ich finde diese Vorstellung so schrecklich naiv: Einfach ordentlich Forschungsgelder reinstecken, Ergebnis kommt, gerade so wie eine telefonisch oder per App bestellte Pizza."

    Dann sollten Sie versuchen, diese Vorstellung aus Ihrem Kopf zu verbannen. Dass Sie an so was denken, wenn ich von "langfristig" schreibe, scheint mir merkwürdig!

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  • Avatar von Netzweltler
    • Netzweltler

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.05.2012

    Antwort auf Re: Was spricht gegen Kernfusion? von Andreas Köster.

    Andreas Köster schrieb am 04.02.2024 22:43:

    "Bloß ist der Stand der Technik derzeit so, dass man vorne mehr Energie hineingeben muss als hinten wieder rauskommt."

    Bis 2022 war das so, dann kam das Experiment am Lawrence Livermore National Laboratory.

    Das nur trifft nur, wenn nur mit der Energie des Laserstrahls gerechnet wird.
    Der ganze Energieaufwand zuvor, um den Laserstrahl zu erzeugen, wurde dabei von diesem Kernwaffenforschungszentrum unterschlagen. Das eingerechnet gehen immer noch 90% der eingesetzten Energie verloren.

    "Klimaschutz müssen wir aber sofort machen."

    Das hab ich vor 20 Jahren auch schon gesagt und es stimmt noch immer, natürlich sollten wir nicht einfach auf Fusionsenergie warten. Aber wer wie der Autor den kurzfristigen Klimaschutz auf Kosten der langfristig wichtigen FusionsFORSCHUNG machen möchte, ist in meinen Augen ähnlich engstirnig wie die Klimawandelsleugner. Wir brauchen meiner Überzeugung nach Beides.

    Kernfusion hat nur einen sinnvollen Anwendungszweck: Die sonnenferne Raumfahrt mit größeren Raumfahrzeugen als die bisher eingesetzten Sonden.
    Kernfusion ist noch immer wenigstens 30 Jahren in der Zukunft: Zunächst weitere Forschung, dann mind. ein Prototyp, und erst dann kommerzielle Reaktoren. Damit kommt Kernfusion viel zu spät.

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  • Avatar von Andreas Köster
    • Andreas Köster

    97 Beiträge seit 18.12.2023

    Antwort auf Re: Was spricht gegen Kernfusion? von Netzweltler.

    "Kernfusion hat nur einen sinnvollen Anwendungszweck: Die sonnenferne Raumfahrt mit größeren Raumfahrzeugen als die bisher eingesetzten Sonden."

    Das ist in der Tat der wichtigste Anwendungszweck. Aber warum der einzig sinnvolle? Ist eine ernst gemeinte Frage!

    "Damit kommt Kernfusion viel zu spät."

    Wofür zu spät? Für die Raumfahrt? Doch wohl nicht. Für die jetzt zu bauenden Nachfolger für Kohlekraftwerke etc.? Da sind wir uns doch alle einig.

    Sorry, ich verstehe immer noch nicht, warum der Autor ausgerechnet bei der Fusionsforschung sparen möchte, um die Energiewende zu beschleunigen, da gibt es wirklich weit überflüssigere Ausgaben!

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  • Avatar von GSgo9v6a
    • GSgo9v6a

    mehr als 1000 Beiträge seit 15.04.2008

    Antwort auf Was spricht gegen Kernfusion? von Andreas Köster.

    Andreas Köster schrieb am 04.02.2024 18:16:

    Mir ist aber vollkommen unklar, was gegen Fusionsforschung spricht.

    was dagegen spricht? Daß sie ganz einfach nicht funktioniert, nicht hier auf der Erde. Bei den ganzen Tokamak / stellarator designs funktioniert es nur für gepulsten Betrieb auch dann nur theoretisch, denn wie man dauerhaft so einen Reaktor baut ohne sich Atommüllprobleme einzuhandeln weiß nach wie vor keiner so richtig. Materialermüdung? Weiß auch keiner...

    Wie gewinnt man übrigens Energie aus schnellen Neutronen? tja

    Klar gabs es da in den letzten Jahren paar neue Ansätze, Metalwirbel und Plasmaringe wo man über Induktion den Strom gewinnt, der Name der Firmen fällt mir gerade nicht ein, mal sehen, klang erst mal interessant aber wahrscheinlich wird es wieder nichts....

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  • Avatar von kemmerich
    • kemmerich

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.02.2020

    Antwort auf Re: Was spricht gegen Kernfusion? von oho (2).

    oho (2) schrieb am 04.02.2024 21:32:

    Wenn Du ehrlich bist, dann hat die Ampel auch keinen funktionierenden Plan, der sich physikalisch und wirtschaftlich realisieren lässt.

    Das stimmt. Mit der Ampel hat das aber wenig zu tun; jede andere Regierung würde vor exakt demselben Dilemma stehen. Ganz Deutschland möchte eine Energiewende, die das Land klimaneutral macht und uns am Ende etwa das gleiche Wohlstandsniveau beschert wie heute. Die Mehrheit der Mitbürger würde dabei vermutlich auch akzeptieren, dass es zwischendurch ein wenig ruckelt, solange das Ziel unverändert bleibt: grünes Wachstum. Dabei sollen es die Ingenieure richten. Können sie aber nicht, weil sie die Physik nicht überlisten können. Eine unbequeme Wahrheit, die niemand hören möchte. Und Politiker wollen gewählt werden.

    Ein realistischer Plan würde auf einem massiven Ausbau der Erneuerbaren und - ganz wichtig! - auf Berechnungen basieren, wie viel grüne Energie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu erwarten ist. Und dann müsste - auch wenn das jetzt "sozialistisch" klingt - geguckt werden, was überhaupt noch produziert werden kann und wie man eine peinlichst gerechte Teilhabe aller am geschrumpften Wohlstand organisiert, um den drohenden Zivilisationsbruch zu verhindern.

    Alle anderen Möglichkeiten sind jedenfalls schlechter: Tun wir weiterhin im Großen und Ganzen nix, wird der Klimawandel entweder eine ähnliche Rationierungswirtschaft - ärgerlicherweise unter deutlich schlechteren Bedingungen - erzwingen, oder es kommt tatsächlich zum Zivilisationsbruch. Gesellschaften können unglaublich schnell kippen, da kann man gar nicht so schnell gucken. Am Ende könnte es Strukturen wie in Libyen oder Afghanistan geben, wo Warlords mit Waffen und Ressourcen Günstlinge um sich scharen und der Rest der Bevölkerung am Hungertuch nagt.

    Das ist ja der Grund, warum so einige Länder wieder AKW als Interimslösung bauen wollen und werden.

    Die lösen das Problem nicht.

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  • Avatar von Das Satier
    • Das Satier

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.02.2022

    Antwort auf Was spricht gegen Kernfusion? von Andreas Köster.

    Andreas Köster schrieb am 04.02.2024 18:16:

    ... Mir ist aber vollkommen unklar, was gegen Fusionsforschung spricht. Zumindest langfristig scheint mir das eine wirklich interessante Art der Energieerzeugung zu sein! Oder hat der Autor gute Argumente gegen diese Technologie, die er uns im Artikel verschwiegen hat?

    Nö, keine Argumente, nur Fakten.
    Ein Faktum aus der Physik ist, dass Fusion nur in kosmischen Dimensionen funktioniert.
    Genau so wenig, wie man ein schwarzes Loch auf der Erde nachbilden kann, kann man Fusion hier nachbilden.
    Fusion auf der Erde ist ein Hirngespinst, ein feuchter Traum von Technik-Fetischisten.

    Ein Argument gegen die Fusion als Klima-Strohhalm ist vor allem: Man kann ja schon längst sehen, dass zum Energie-spendenden Fusionsreaktor (falls sowas denn überhaupt möglich wäre, s.o.) noch ein sehr sehr weiter Weg zu gehen wäre. Bis dahin ist die Welt, wie wir sie kennen, längst am Klimakollaps gestorben.
    Wir brauchen Klimaschutz jetzt, sofort, eher gestern als heute!

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  • Avatar von Andreas Köster
    • Andreas Köster

    97 Beiträge seit 18.12.2023

    Antwort auf Re: Was spricht gegen Kernfusion? von Das Satier.

    "Wir brauchen Klimaschutz jetzt, sofort, eher gestern als heute!"

    Da diese Aussage in fast jeder Antwort vorkommt, muss ich mich wohl irgendwie unklar ausgedrückt haben. Natürlich müssen wir jetzt von den fossilen Energieträgern abrücken und selbstverständlich hilft uns dabei Fusionsforschung in den nächsten Jahrzehnten nicht.

    Das ist doch aber kein Grund, die Fusionsforschung zu Gunsten des Klimaschutzes zu kanibalisieren! Es wäre wesentlich sinnvoller, benötigte Gelder aus anderen Bereichen, wie Subventionen für fossile Energieträger oder Rüstung zu nehmen. Oder auch die Energiewende effizienter zu Gestalten, also z.B. darauf zu verzichten, CO2 intensive Kohle durch noch CO2 intensiveres Frackinggas zu ersetzen, ...

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